Vermischtes

* Kritische Situation zwischen den USA und Russland

       von Helmut Käss, Arzt und IPPNW-Mitglied, 17.9.2018

Der Druck auf Deutschland wächst: Deutschland soll noch mehr in den Angriffskrieg gegen Syrien hineingezogen werden.
In der Braunschweiger Zeitung stand am vergangenen Freitag, der US-Sondergesandte erwarte „Militärische Solidarität“ im Falle eines Giftgaseinsatzes durch Assads Truppen. Assad hat keinerlei Grund, den USA einen Vorwand für einen Angriff zu liefern. Er schafft den Sieg auch mit konventionellen Mitteln.
Wir können fast sicher sein, dass ein vermutlich vorgetäuschter Giftgaseinsatz kommen wird.
Wir möchten als Friedensbewegung schärfsten Protest gegen die völkerrechtswidrigen Vorschläge aus den USA einlegen, denn wir sind mit der Gefahr bis hin zur Menschheitsvernichtung bei einem Krieg zwischen Nato und Russland konfrontiert. Die ehemaligen Geheimdienstspezialisten (Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS)) der USA mit dem berühmten Ray McGovern warnten in einem Schreiben ihren Präsidenten davor.  Hier das Original… 
Als sie vor dem Irakkrieg warnten, sind sie zum Schaden der Welt mit ihrer Mahnung gescheitert. Diesmal geht es möglicherweise um viel mehr.
In diesem Jahr hatte sich herausgestellt, dass die Chemieangriffe im April in Syrien  möglicherweise Fakeprodukte der „Weißhelme“ waren. Jetzt ist offensichtlich wieder ein solcher Angriff geplant, vermutlich mit wirklichen Todesopfern, um einen völkerrechtswidrigen Angriff zu begründen. Diese Art von Argumenten konnte man schon von Angela Merkel hören.
Unser wissenschaftlicher Dienst des Parlaments hat den seinerzeitigen Angriff der USA mit den „Willigen“ Frankreich und England auf Syrien als verfassungswidrig  bezeichnet und warnt hochaktuell und dringend (10. Sept.) davor, sich an einem solchen Angriff zu beteiligen. „Im Ergebnis wäre eine etwaige Beteiligung der Bundeswehr an einer Repressalie der Alliierten in Syrien in Form von ‚Vergeltungsschlägen’gegen Giftgas-Fazilitäten völker- und verfassungswidrig. Die parlamentarische Mandatierung eines solchen Bundeswehr-Einsatzes würde sich dann erübrigen, da der Bundestag nur Auslandseinsätze mandatieren darf, die auf einer tragfähigen verfassungs- und völkerrechtlichen Grundlage beruhen (vgl. zur Verfassungsbindung des Gesetzgebers Art. 20 Abs. 3 S. 1 GG).“
Wir müssen versuchen, einen solchen Angriff zu verhindern, auch, indem wir dazu beitragen, unsere Regierung von diesem Verbrechen abzuhalten!

Dr. med. Helmut Käss,
Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Helmut_Kaess@web.de
Quelle: http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=6399
Aufruf als pdf: Kritische-Situation-zwischen-den-USA-und-Russland

 

* abrüsten statt aufrüsten

Aufruf der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative für Frieden und Zukunftsfähigkeit unterzeichnen:

https://abruesten.jetzt

Stoppt den Krieg – verhandeln ist das Gebot der Stunde – keine weitere deutsche Kriegsbeteiligung

Angesichts der dramatischen Verschärfung des Krieges in Syrien, der durch die verstärkte Beteiligung aller Großmächte auch zu einem Weltbrand ausarten kann, fordert die NaturwissenschaftlerInnen-Initiative erneut: sofortigen Waffenstillstand und Verhandlungen in Astana und Genf.
Sie wendet sich mit Entschiedenheit gegen eine weitere völkerrechtswidrige Beteiligung an den Luftangriffen in Syrien. Die Überlegungen in der Bundesregierung und den Jamaika Parteien sind erwiesenermaßen völkerrechts- und verfassungswidrig. Auch der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat festgestellt: „Im Ergebnis wäre eine etwaige Beteiligung der Bundeswehr an einer Repressalie der Alliierten in Syrien in Form von „Vergeltungsschlägen“ gegen Giftgas-Fazilitäten völkerrechts- und verfassungswidrig“.
Jeder Chemiewaffeneinsatz verstößt fundamental gegen die UN Charta und den Chemiewaffenverbotsvertrag. Die Anklage eines Landes ohne Beweise ist eine Feindbildprojektion, die das eigene völkerrechtswidrige Handeln legitimieren soll. Die NATO-Staaten haben durch ihr völkerrechtswidriges Verhalten  im Irak, in Jugoslawien, Libyen und Syrien jegliche Glaubwürdigkeit verloren. „Jeder Krieg beginnt mit einer Lüge“ hat es Bertold Brecht genannt.
Frieden verlangt ein Ende der Kämpfe und ein umfassendes Aufbauprogramm. Hieran soll sich die Bundesregierung durch Kürzung des Rüstungshaushaltes massiv beteiligen.
Das Töten muss gestoppt werden, die weitere Aufrüstung zu neuen Kriegen verhindert werden.
Sollte es erneut zu einer völkerrechtswidrigen Beteiligung der Bundesregierung an einem Kriegseinsatz kommen, ruft die NaturwissenschaftlerInnen-Initiative zum Protest auf den Straßen und Plätzen auf.

NaturwissenschaftlerInnen-Initiative für Frieden und Zukunftsfähigkeit
Marienstr. 19/20 · 10117 Berlin
www.natwiss.de
info@natwiss.de

 

* Mein Artikel „Vom Nicht-Veralten des autoritären Charakters“ ist seit seinem Erscheinen bei SozialGeschichte.Online im April 2018 bereits über 2.500-mal heruntergeladen worden. Die Ausgabe, in der er enthalten ist, findet zudem auch als Printversion Verbreitung.
Vielleicht wächst die Zahl der Menschen, die begreifen, wie wichtig diese Zusammenhänge sind für das Verständnis unserer politischen Situation?

* Am 7. September 2018 habe ich auf dem 16. europäischen Kongress für Körperpsychotherapie an der FU Berlin einen Vortrag zur Aktualität von Wilhelm Reichs massenpsychologischen Erkenntnissen gehalten.
Hier kann der 41-minütige Videomitschnitt angesehen werden.

Foto: Josef Hager

Der Vortragstext kann hier im Original nachgelesen werden.
Und hier in der englischen Übersetzung, für die ich Martina Weitendorf ganz herzlich danke.

* Das soeben fertig gestellte Hörbuch „Rechtsruck im 21. Jahrhundert“,

gesprochen von der Schauspielerin Sabine Falkenberg und dem Schauspieler Thomas Nicolai, kann hier gehört und kostenlos heruntergeladen werden.
Die Weiterleitung und Verbreitung dieses Hörbuchs zu nichtkommerziellen Zwecken ist ausdrücklich erwünscht.

* Dieses Hörbuch wurde gestaltet nach Auszügen aus meinem 2017 im NORA-Verlag Berlin erschienenen Buch Rechtsruck im 21. Jahrhundert. Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus als Erklärungsansatz.
Hier ist es als kostenloses pdf-Dokument herunterzuladen.
Die Weiterleitung und Verbreitung dieses Textes zu nichtkommerziellen Zwecken ist ebenfalls ausdrücklich erwünscht.

 

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Über mich.

Ich bin 1957 in Berlin (Ost) geboren.

1981 schloss ich an der Humboldt-Universität das Studium der Klinischen Psychologie mit einem Diplom ab.

Ab 1985 war ich als Redakteur bei Jugendradio DT 64 u.a. für Lebenshilfesendungen zuständig.

Während der DDR-„Wende“ gründete ich mit über 500 interessierten DDR-Bürgerinnen und -Bürgern den Verein „ich-e.V.“ (zunächst „Gemeinschaft zur Förderung der Psychoanalyse“), den ich die nächsten Jahre leitete. Als verantwortlicher Redakteur von „ICH – die Psychozeitung“ schrieb ich zwischen 1990 und 1998 eine Vielzahl von Beiträgen, hielt Vorträge, leitete zeitweise eine Beratungsstelle.

2008 erhielt ich meine Approbation als tiefenpsychologischer und psychoanalytischer Therapeut, praktiziere seitdem in Berlin.

2013 wurde ich an der Berliner Charité zum Dr. rer. medic. promoviert mit einer Arbeit zum Thema „Unpolitische Wissenschaft? Wilhelm Reich und die Psychoanalyse im Nationalsozialismus“, die im selben Jahr im Psychosozial-Verlag Gießen als Buch erschien.

Insbesondere die Recherchen zu diesem Buch haben mich gezwungen, die Psychoanalyse kritischer zu sehen. Für unverzichtbar halte ich dennoch weiterhin die Aufarbeitung individueller Lebensgeschichte, das Bewusstmachen von Unbewusstem, auch – aber nicht nur – in therapeutischer Form.

Sigmund Freud hat 1917 definiert, die Psychoanalyse lasse sich »auf Kulturgeschichte, Religionswissenschaft und Mythologie ebenso anwenden […] wie auf die Neurosenlehre«, sie »beabsichtigt und leistet nichts anderes, als die Aufdeckung des Unbewussten im Seelenleben«. Psychoanalyse ist also weit mehr als eine Therapiemethode.

Aber es gibt auch keine isolierten seelischen Vorgänge. Sie sind verknüpft mit sozialen, kulturellen, ökonomischen, politischen und ökologischen Prozessen.

Die nicht zuletzt globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts werden sich deshalb nur konstruktiv bewältigen lassen, wenn wir auch den psychischen Aspekten – endlich – die angemessene Aufmerksamkeit widmen.

Dazu einen Beitrag zu leisten, bemühe ich mich seit langem. Auf dieser Webseite habe ich einiges von dem, was dabei herausgekommen ist und mir mitteilenswert erscheint, zusammengestellt. Gelegentlich werde ich es ergänzen.

Andreas Peglau

PS 1: Für Rückmeldungen, gern auch kritische, steht die Email-Adresse
info@andreas-peglau-psychoanalyse.de zur Verfügung.

PS 2: Diese Webseite steht in enger Beziehung zu, überlappt bzw. ergänzt sich wechselseitig mit dieser Webseite: http://weltall-erde-ich.de