Auf Wilhelm Reichs Spuren in Berlin. In Europa haben Aufnahmen für einen neuen Dokumentar-Film begonnen

Nachdem eine „Kickstarter“-Kampagne 187.002 Dollar, gespendet von 734 Unterstützern zusammengebracht hatte, konnten in diesem Jahr die Aufnahmen zu einem neuen Dokumentarfilm über Wilhelm Reich beginnen.

Dieses Projekt hat den Anspruch, erstmals die gesamte Geschichte Reichs angemessen filmisch darzustellen. Dass dies auch den psychoanalytischen, „linken“ Reich umfasst, wird dadurch unterstrichen, dass nicht nur in den USA, sondern ebenfalls in Europa ausführliche Recherchen und Aufnahmen eingeplant wurden.

In der vergangenen Woche nun kamen Kevin Hinchey, Co-Direktor des Reich-Infant-Trusts und Drehbuchautor, und der Filmemacher Glenn Orkin nach Europa.

In Wien, Berlin, Düsseldorf und Oslo standen bzw. stehen Dreharbeiten an Orten auf dem Programm, wo Reich gewirkt hat und Interviews mit Forschern, die sich auf verschiedene Weise mit Reich befassen.

Am Freitag, den 29. Mai wurde auch ich von Kevin Hinchey und Glenn Orkin befragt. Am Sonnabend fuhren wir zusammen zu wichtigen Berliner Schauplätzen. Professionell unterstützt wurde das Filmprojekt hier in Berlin von dem Kameramann Christopher Rowe und dem Tontechniker Stefan Klein.

Nicht nur über die Arbeit des Reich-Infant-Trusts habe ich an diesen beiden Tagen Neues erfahren – auch darüber, wie Filme gemacht werden. Einige Fotoimpressionen will ich im Folgenden weitergeben.

Über den Fortgang dieses, aus meiner Sicht sehr unterstützenswerten Filmprojektes wird u.a. auf den Seiten des Infant-Trusts informiert werden.

 

Freitag, 29.5.2015

Deutlich veränderte Nutzung: der Flur meiner Praxis.

Deutlich veränderte Nutzung: der Flur meiner Praxis.

 

Der Therapieraum: So viel Technik gab es hier noch nie.

Der Therapieraum: So viel Technik gab es hier noch nie.

Glenn Orkin (links) und Kevin Hinchey nach getaner Arbeit.

Glenn Orkin (links) und Kevin Hinchey nach getaner Arbeit.

 

Sonnabend, 30.5.2015

Die frühere, damals zu Lichtenberg gehörende Friedrich-Karl-Straße, heutige Colbestraße Nr. 23 in Berlin-Friedrichshain: das einzige noch erhalten gebliebene der Häuser, in denen sich eine der von Reich geleiteten Sexualberatungsstellen befand.

Die früher zu Lichtenberg gehörende Friedrich-Karl-, heutige Colbestraße Nr. 23 in Berlin-Friedrichshain: das einzige noch erhalten gebliebene jener Häuser, in denen sich eine der von Reich geleiteten Sexualberatungsstellen befand. Leider durch Sprayer verschandelt.

 

Annäherung ans Stadtzentrum. Rechts neben Kevin Hinchey: Christopher Rowe und Stefan Klein.

Annäherung ans Stadtzentrum. Rechts neben Kevin Hinchey: Christopher Rowe und Stefan Klein.

Das Schickler-Haus unweit des Alexanderplatzes: 1931/32 Zentrale der Marxistischen Arbeiterschule, zu deren wichtigsten Dozenten Reich gehörte.

Das Schickler-Haus unweit des Alexanderplatzes: 1931/32 Zentrale der Marxistischen Arbeiterschule MASCH, zu deren wichtigsten Dozenten Reich gehörte.

 

Christopher Rowe bei einer Kamerafahrt auf dem Bebelplatz, gegenüber der Humboldt-Universität.

Christopher Rowe bei einer Kamerafahrt auf dem Bebelplatz, gegenüber der Humboldt-Universität.

 

Aufnahmen an der Gedenktafel für die am 10. Mai 1933 auf dem heutigen Bebelplatz verbrannten Bücher - zu denen auch Werke von Reich gehörten.

Aufnahmen an der Gedenktafel für die am 10. Mai 1933 auf dem heutigen Bebelplatz verbrannten Bücher – zu denen auch Werke von Reich gehörten.

 

Der "Lustgarten": Ort jener KPD-Demonstration, bei der Reich am 1. Mai 1931 nicht nur als Ordner beteiligt war, sondern auch Elsa Lindenberg kennenlernte.

Der „Lustgarten“: Ort jener KPD-Demonstration, bei der Reich am 1. Mai 1931 nicht nur als Ordner beteiligt war, sondern auch Elsa Lindenberg kennenlernte.

 

Von oben sieht es noch einmal ganz anders aus: Blick über die Stadt vom Dach der "Humboldt-Box".

Von oben sieht es noch einmal ganz anders aus: Blick über die Stadt vom Dach der „Humboldt-Box“.

 

Unverzichtbar als international bekanntes Berliner Wahrzeichen: das Brandenburger Tor.

Unverzichtbar als international bekanntes Berliner Wahrzeichen: das Brandenburger Tor.

 

Es kann jederzeit anfangen zu regnen ... Die Wohn- und Arbeitsstätte von Wilhelm und Annie Reich, "Geburtshaus der Körperpsychotherapie" in der Schlangenbader Straße 87, Berlin-Wilmersdorf.

Es kann jederzeit anfangen zu regnen … Die Wohn- und Arbeitsstätte von Wilhelm und Annie Reich, „Geburtshaus der Körperpsychotherapie“ in der Schlangenbader Straße 87, Berlin-Wilmersdorf.

 

Leider schon der letzte Drehort: Das zur "Künstlerkolonie" gehörende Haus im Südwestcorso 50a, wo sich Reich oftmals in der Wohnung seiner Geliebten Elsa Lindenberg aufhielt.

Leider schon der letzte Drehort: das zur „Künstlerkolonie“ gehörende Haus im Südwestcorso 50a, wo sich Reich oftmals in der Wohnung seiner Geliebten Elsa Lindenberg aufhielt.

 

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