Schlagwort-Archive: Reich

LECTURE: A shift to the right in the 21st century. Wilhelm Reich’s „Mass Psychology of Fascism“ as an explanatory approach

Lecture by Andreas Peglau held at the 16. EABP-congress in Berlin, 7.9.2018.
Translated by Martina Weitendorf

In November 1930, 33-year-old Wilhelm Reich moved from Vienna to Berlin – in the hope of a favourable environment for his therapeutic, sexual reform and political activities. In all these areas he had previously come into conflict with Sigmund Freud and his colleagues.
There are only a few architectural testimonies of Reich’s work in Berlin. I would like to show you four of them before I move on to the main topic of my presentation.

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Vortrag: Rechtsruck im 21. Jahrhundert. Wilhelm Reichs „Massenpsychologie des Faschismus“ als Erklärungsansatz

Vortrag von Andreas Peglau, gehalten auf dem 16. EABP-Kongress in Berlin, 7.9.2018

Im November 1930 zog der 33-jährige Wilhelm Reich von Wien nach Berlin – in der Hoffnung auf ein günstiges Umfeld für seine therapeutische, sexualreformerische und politische Tätigkeit. Auf all diesen Gebieten war er zuvor in Konflikte mit Sigmund Freud und dessen Kollegen geraten.
Es gibt nur noch wenige architektonische Zeugnisse von Reichs Wirken in Berlin. Vier davon möchte ich Ihnen zeigen, bevor ich zum Hauptthema meines Vortrags komme. Zunächst das Schickler-Gebäude an der Spree, unweit des Alexanderplatzes. Weiterlesen

Wilhelm Reich und die „Massenpsychologie des Faschismus“ – eine traurige Leerstelle in Münzenbergs „Zukunft“

Im September 2015 fand in Berlin der erste internationale Willi-Münzenberg-Kongress statt zu Leben, Werk und aktueller Bedeutung des außergewöhnlichen „linken“ Multifunktionärs und Internationalisten Münzenberg (1889-1940).

Nun ist der Kongressband erschienen. Er enthält 33 Beiträge, darunter Keynotes, vollständige Artikel, Arbeitspapiere und Abstracts. Er steht als Open-Access-Publikation (E-Book) zum freien Download (im pdf-Format) auf der Homepage des Willi-Münzenberg-Forums zur Verfügung.

Mein Beitrag findet sich hier auf den Seiten 365 – 386:

https://www.muenzenbergforum.de/wp-content/uploads/2018/07/IWMF_V15.pdf

Ein wichtiger Film mit wichtigen Auslassungen: „Love, work and knowledge – the life and trials of Wilhelm Reich” von Kevin Hinchey und Glenn Orkin.

von Andreas Peglau

 

Quelle: http://loveworkknowledge.com/

Am 24. Mai 2018 fand die europäische Premiere des neuen Wilhelm-Reich-Dokumentarfilms statt, an einem ausgesprochen passsenden Ort: der Sigmund-Freud-Universität in Wien. Weiterlesen

Vom Nicht-Veralten des „autoritären Charakters“. Wilhelm Reich, Erich Fromm und die Rechtsextremismusforschung

von Andreas Peglau

Bereits 1913 schrieb Otto Gross (1877–1920), sämtliche bisherigen Revolutionen seien

„zusammengebrochen, weil der Revolutionär von gestern die Autorität in sich selbst trug. Man kann erst jetzt erkennen, daß in der Familie der Herd aller Autorität liegt, daß die Verbindung von Sexualität, wie sie sich in der Familie mit dem noch geltenden Vaterrecht zeigt, jede Individualität in Ketten schlägt“.

Damit und mit weiteren Passagen seiner Artikel war Gross der erste Psychoanalytiker, der tiefgründige Erkenntnisse über das Problem des familiären wie gesellschaftlichen Autoritarismus publizierte.

Ab 1929 erfasste dann der Psychoanalytiker Erich Fromm (1900–1980) in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Institut für Sozialforschung autoritäre Einstellungen durch einen Fragebogen.

 

Weiterlesen in Sozial.Geschichte Online (Heft 22/ 2018): https://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-45266/05_Peglau_Autoritarismus.pdf

 

Kleiner Fund: Wilhelm Reichs erster Vortrag in der MASCH

Vielleicht interessant für alle, die es – wie ich – genauer wissen wollen: In der KPD-Zeitung „Rote Fahne“ habe ich nun entdeckt, wann Wilhelm Reich erstmals in der Marxistischen Arbeiterschule (MASCH) in Berlin einen Vortrag hielt. Es war Montag, der 23. Februar 1931. Dazu teilt die „Rote Fahne“ mit: „Es beginnt ferner: Psychoanalyse und Marxismus. 4 Abende: Dr. Reich“. Ort war das damalige zentrale Schulungslokal in der Gartenstraße 25 im heutigen Berlin-Mitte.

Rote Fahne, 22. Februar 1931, S. 12

Damit war es Reich gelungen, nur etwa drei Monate nach seiner Übersiedlung von Wien nach Berlin in die Reihe der MASCH-Dozenten aufgenommen zu werden, zu denen Prominente wie der Komponist Hanns Eisler (siehe Zeitungsausschnitt) oder Albert Einstein gehörten.

Ausführlicher zu Reichs Engagement in der MASCH: hier.

 

Revolutionärer Sozialdemokrat und Kommunist. Zur Rolle des Psychoanalytikers Wilhelm Reich in der österreichischen „Linken“ zwischen 1925 und 1930

Sozial.Geschichte Online, Heft 21/2017. Aus dem Editorial:

Ausgabe 21 beschäftigt sich mit unterschiedlichen Themen der jüngeren bis aktuellen Ideen-, Bewegungs- und Sozialgeschichte. So setzt sich Andreas Peglau in seinem Forschungsbeitrag Revolutionärer Sozialdemokrat und Kommunist. Zur Rolle des Psychoanalytikers Wilhelm Reich in der österreichischen „Linken“ zwischen 1925 und 1930 mit dem bislang unterbelichteten politischen Engagement des Psychoanalytikers auseinander. Im Mittelpunkt stehen dabei neue Erkenntnisse über seine Rolle als revolutionärer Sozialdemokrat und parteigebundener Kommunist in seinen Bemühungen um die Herstellung einer Einheitsfront zwischen der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei sowie der Kommunistischen Partei Österreichs vor dem Hintergrund des aufziehenden Faschismus. Aufgrund seines antifaschistischen Einsatzes wurde der vormalige Freud-Schüler von der eher auf Kollaboration bedachten Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen. Später wurde Reich dann – unter anderem aufgrund seines angeblich konterrevolutionären Buches Massenpsychologie des Faschismus – auch aus den kommunistischen Organisationen ausgeschlossen. In einem Epilog geht Peglau der Frage nach, ob Reich wegen seiner Komintern-gesteuerten Aktivitäten als Stalinist bezeichnet werden könnte, bevor er sich ab 1934 vehement gegen den autoritären Führerkult in der Sowjetunion wandte.

Zum Beitrag:

http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-44161/03_Peglau_Reich.pdf