Vermischtes

„Massenpsychologie des Faschismus“: Hörbuch bei YouTube in drei Jahren 16.000 mal angeklickt:

Hier gehts zum kostenlosen Download des Hörbuchs.
(Mehr Informationen dazu weiter unten auf dieser Seite)

 

„Ist das die Kultur? Das konnte unmöglich wahr sein!“
Wilhelm Reichs Weiterentwicklung des Freud’schen Massenpsychologieansatzes

Soeben erschienen: das November-Heft der Psyche.

Auf den Seiten 1008-1036 findet sich mein oben genannter Artikel.
Für 16 Euro ist er hier als pdf erhältlich.

Zusammenfassung

Schlaglichtartig wird in die Biographie eines der wichtigsten Freud-Schüler eingeführt: Wilhelm Reich (1897–1957). Dass dieser aus einem – im Vergleich zu Freud – positiven Menschenbild radikalere Sozialkritik ableitete und offen politisch »links«, dann auch antifaschistisch agierte, trug maßgeblich zum Zerwürfnis mit Freud um 1930 und zur Ächtung Reichs in der IPA ab 1933 bei. Im selben Jahr veröffentlichte Reich seine Schrift »Massenpsychologie des Faschismus«. Dort baut er nicht nur auf Erkenntnissen Freuds auf, er führt diese auch weiter. Reich, der zur Niederschlagung des ­Faschismus beitragen wollte, deckt die Entstehung und Wirkung jener typischen Charakterstrukturen auf, die die Basis der faschis­tischen Bewegungen in Europa bildeten. Ausführlich beschreibt er, wie diese Strukturen durch patriarchalische Sozialisierung, ins­besondere ­Sexualunterdrückung, hergestellt werden. Sein Augenmerk richtet er zudem auf das Wechselspiel zwischen Geführten und Führern: Im Unterschied zu Freud möchte Reich letzteren keine »eigene Psycho­logie« zubilligen, sondern versteht sie als austauschbare Gallionsfiguren, die die – nicht zuletzt neurotischen – Charakterstrukturen einer Masse besonders effizient repräsentieren.

Abstract

»Is that culture? It couldn’t be true!« Wilhelm Reich’s Elaboration of Freud’s Group Psychology Approach.
Wilhelm Reich (1897–1957) was one of Freud’s most prominent pupils, and the article homes in on essential features of his biography. Compared with Freud, Reich’s image of the human individual was more positive, prompting him to derive from it more radical social criticism and to adopt blatantly »left-wing« and later anti-Fascist attitudes. This was highly instrumental in causing Reich and Freud to fall out around 1930 and the disrepute Reich fell into with the IPA as of 1933. That same year, Reich published his Mass Psychology of Fascism in which he not only builds on Freud’s insights but also elaborates on them. Reich was keen to contribute to the downfall of Fascism and to this end investigates the origins and impact of those typical character structures around which Fascist movements formed in Europe. He describes in detail how these structures come about as a result of patriarchal socialization and, more specifically, sexual oppression. He also focuses on the interaction between leaders and the led. Unlike Freud, Reich refuses to concede that leaders have »a psychology of their own,« seeing them as interchangeable figureheads accurately representing the – frequently neurotic – character structures of the mass.

Résumé

« Est-ce cela la culture ? Cela ne pouvait pas être vrai ! » Le développement par Wilhelm Reich de l’approche freudienne de la psychologie des masses.
La biographie de Wilhelm Reich (1897–1957), un des plus importants disciples de Freud, est présentée ici dans ses grandes lignes. Comparé à Freud, Reich déduisait d’une image positive de l’homme une critique sociale plus radicale et se situait sur le plan politique ouvertement « à gauche » et dans le camp de l’antifascisme. Ce fait a contribué de manière décisive vers 1930 à la brouille avec Freud et à partir de 1933 à la mise au ban de Reich au sein de l’IPA. La même année, Reich publie son ouvrage Psychologie des masses et fascisme. Il reprend et développe les découvertes de Freud. Reich, qui voulait contribuer à la défaite du fascisme, met à jour l’origine et l’effet de ces structures caractérielles typiques qui constituaient la base des mouvements fascistes en Europe. Il décrit en détail comment ces structures sont produites par la socialisation patriarcale, notamment la répression sexuelle. Il porte en outre son attention sur l’interaction entre les individus et ceux qui les dirigent : à la différence de Freud, Reich n’accorde à ces derniers aucune « psychologie propre », mais les considère comme des figures de proue interchangeables qui représentent de manière particulièrement efficace les structures – névrotiques notamment – du caractère d’une masse.

 

Auszüge aus Wilhelm Reichs „Rede an den kleinen Mann“ bald als Hörbuch

Mitte Dezember kooperiere ich erneut mit Felix Würgler und Berthold Heiland. Diesmal, um Passagen aus Reichs 1946 entstandenen Text zu einem ca. 45-minütigen Hörbuch zu verbinden. Wenn alles so klappt, wie ich es mir erhoffe, werde ich das Resultat im Januar 2023 hier zum kostenlosen Download zur Verfügung stellen.

 

Will B. Famous …

An diesem Theaterstück habe ich seit den 1980er Jahren mehrfach gearbeitet.

Ein Fan trifft auf sein Idol. Das nimmt beinahe einen tödlichen Ausgang. Aber eben nur beinahe: In einem Rollentausch finden sie jeder ein wenig mehr zu sich und letztlich – vielleicht – zueinander …

Dieses Produkt meiner Phantasie spielt in einer Zukunft, von der ich nur hoffen kann, dass sie so niemals eintrifft. Vor allem deshalb habe ich dieses Stück geschrieben: um hinzuweisen auf einen noch immer kaum berücksichtigen Ausweg aus unserer – seit Jahrtausenden anhaltenden, aktuell hochgradig zugespitzten – psychosozialen Misere.

Nicht nur von machtgeilen und kriegslüsternen Profitjägern, denen Menschenleben und Natur gleichermaßen verhasst sind, ist unsere Welt akut bedroht. Sondern ebenso von der Passivität der Massen, die diesen Profitjägern zujubeln oder sich in großer Mehrheit unter sie ducken, ohne Widerstand zu leisten.

Warum ist das so? Warum finden Milliarden Menschen nicht zueinander, um ihr Interesse an einem friedlichen Dasein – das sie, objektiv betrachtet, verbindet – gemeinsam zu verwirklichen oder wenigstens gemeinsam dafür zu kämpfen? Warum kämpfen sie stattdessen vielfach gegeneinander, töten sich sogar? (…)

Hier: Weiterlesen und Hörbuch kostenlos herunterladen.

Hier anhören bei youtube:

Teil 1 (ca. 77 Minuten)

Teil 2 (ca. 55 Minuten)

 

 

Utopie oder Dystopie? Zitate und Notizen zu China, Mai 2020 bis Oktober 2021

von Andreas Peglau (10.10.2021)

China wird heute meist als Staat dargestellt, der seine Bürgerinnen und Bürger extrem kontrolliert und unterdrückt.
Auch denjenigen, die die hiesigen „Corona“-Maßnahmen als Installation eines Polizeistaates werten, gilt China oft als Synonym für das, was uns schlimmstenfalls erwartet.
Vielfach wird außerdem vor der Entstehung eines „globalen China“ gewarnt.

Bis vor kurzem habe auch ich China schlicht als weiteren kapitalistisch-autoritären Staat abgetan.
Die aktuell in Westeuropa grassierende Entdemokratisierung hat mich dazu gebracht, genauer hinzuschauen.

Einiges, was ich seither zu China gelesen, notiert oder auch weitergegeben habe, habe ich hier chronologisch zusammengestellt.

Es hat weder den Anspruch auf irgendeine Vollständigkeit noch auf Endgültigkeit – aber es lässt sich nutzen, um eigene Positionen dagegen zu setzen oder zu überprüfen.

Stefan Baron, Journalist, Volkswirt, Chinakenner, Befürworter der bürgerlichen Demokratie, kritisiert „das chinesische Regime“ dafür, dass es „Herrschaft für das Volk“ sei, im Gegensatz zur im „Westen“ üblichen „Herrschaft durch das Volk“. Dazu kann ich nur sagen: Herrschaft FÜR das Volk wäre in der BRD ein Riesenfortschritt.

 

 

 

Folgerichtig

(17.3.2021)

von Amir Mortasawi, geschrieben in Erinnerung an Wilhelm Reich

 

Sollte jemand mich ehrlich fragen

weshalb sich leidvolle gesellschaftliche Ereignisse

uns aus den vergangenen Zeiten bekannt

zum Teil bereits tiefgründig beleuchtet

anscheinend wiederholen

zwar nicht in demselben Gewande

allerdings nach denselben Grundsätzen

dann werde ich liebevoll aufrüttelnd fordern

aufrichtig innig hinzuschauen

welche Potentiale wir in uns tragen

die solche Wiederholungen ermöglichen

was wir verinnerlicht haben

und was wir selbst täglich dazu beitragen

dass ein gesellschaftliches System

schwer auf Ungerechtigkeiten begründet

bestehen bleiben kann

 

Die Veränderung der Welt

erfordert eine aufrichtige Selbsterfahrung

und die folgerichtige Umsetzung

der dabei gewonnenen Erkenntnisse

mit Schmerzen und Verzichten verbunden

mit Konflikten und Widerständen

und vor allem

mit der Sonne der Lebensfreude

 

֎֎֎

Dr. med. Amir Mortasawi (alias Afsane Bahar)
https://amirmortasawi.wordpress.com/

 

 

„Massenpsychologie des Faschismus“. Wiederveröffentlichung des Originaltextes nach 87 Jahren

1933 erstmals erschienen, ist Reichs Klassiker von anhaltender und 2020 enorm gestiegener Brisanz.

Massenpsychologie des Faschismus

 

„Die moralische Hemmung der natürlichen Geschlechtlichkeit des Kindes (…) macht ängstlich, scheu, autoritätsfürchtig, gehorsam, im bürger­lichen Sinne brav und erziehbar; sie lähmt, weil nunmehr jede aggressive Regung mit schwerer Angst besetzt ist, die auflehnenden Kräfte im Menschen, setzt durch das sexuelle Denkverbot eine allgemeine Denkhemmung und Kritik­unfähigkeit; kurz, ihr Ziel ist die Herstellung des an die privateigentümliche Ordnung angepassten, trotz Not und Erniedrigung sie dulden­den Staatsbürgers.“

 

 

Das Buch kann beim Psychosozial-Verlag Gießen bestellt werden. Es enthält den redigierten Originaltext sowie umfangreiches Zusatzmaterial.
Für diejenigen, die das Buch (auch) auf eine andere Weise kennenlernen möchten:
Kostenloser Download der (stark gekürzten) Hörbuch-Version.
Mehr Informationen hier zum Nachlesen oder als pdf zum Download:
WR Massenpsychologie Neuauflage 2020.
Hier eine Leseprobe (Inhaltsverzeichnis plus Vorrede).
Und hier Zitate aus der bisherigen Medienresonanz.

 

 

„Rechtsruck im 21. Jahrhundert“. Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus als Erklärungsansatz“. Hörbuch und Buch als kostenloser Download

https://andreas-peglau-psychoanalyse.de/wp-content/uploads/2014/09/Peglau_Rechtsruck_Cover_cmyk_600dpi.jpg

 

 

Diese Analyse unserer psychosozialen Situation ist 2017 im Nora-Verlag Berlin erschienen. Hier ist das Buch zum Preis von 14.90 Euro bestellbar.
Hier steht der komplette Buchtext zum kostenlosen Download zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

Hörbuch Andreas Peglau Rechtsruck

 

Das aus diesem Buch entstandene, gekürzte HÖR-Buch (2018) kann hier gehört und kostenlos heruntergeladen werden.

 

 

 

 

Weiterleitung und Verbreitung von Buch und Hörbuch zu nichtkommerziellen Zwecken sind ausdrücklich erwünscht.

 

 

Die Psychologie der Krise

Die Werke Erich Fromms helfen, zu durchschauen, was Corona in uns und mit uns macht — beziehungsweise, was gerade mit uns gemacht wird.

von Andreas Peglau (23.3.2020)

Fromms doppeltes Jubiläum — er wurde am 23. März vor 120 Jahren geboren und hatte am 18. März seinen 40. Todestag — ist ein guter Anlass, ihn zu würdigen. Ich hätte dafür gern an seinem bekanntesten Buch angeknüpft: der „Kunst des Liebens“. Aber eine andere seiner Schriften kommt mir momentan wichtiger vor: „Die Anatomie der menschlichen Destruktivität“. Meines Erachtens spiegeln mehrere Kapitel dieses 1973 erschienenen Buches etwas wider, was sich heute in Deutschland und anderswo ereignet.

Berlin-Alexanderplatz, 4. November 1989

von Andreas Peglau

Wir sollten uns darauf besinnen, dass vor etwas mehr als 30 Jahren schon einmal gelungen ist, mutige Menschen zu vereinen, um „mehr Demokratie“ einzufordern. Das ist heute, wo im Zeichen angeblich notwendiger „Corona“-Restriktionen das Grundgesetz ausgehebelt wird, nicht minder notwendig als 1989 in der DDR. Auch damals ging es nicht zuletzt darum, ein verfassungsmäßig zugestandenes aber durch den Staat in Wirklichkeit unterlaufenes Demonstrationsverbot durchzusetzen.

Foto: Gpl/Umbruch Bildarchiv, Lausitzer Straße 10, 10999 Berlin, Tel. 030/612 30 37. Weitere Bilder von der Demonstration am 4.11.89 und rund um den Mauerfall unter: http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/mauerfall.html

Foto: Gpl/Umbruch Bildarchiv, Lausitzer Straße 10, 10999 Berlin, Tel. 030/612 30 37. Weitere Bilder vom 4.11.89 unter: http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/mauerfall.html

 

Raus aus der Panik!

Mittels Realitätsprüfung können wir versuchen, unsere Situation wieder selbstbewusster zu erfassen und zu gestalten. 

 von Andreas Peglau (28.3.2020)

Es ist oft sehr schwer, sich dem Sog massenhaften Verhaltens zu entziehen. Das Toilettenpapier-Hamstern ist nur das momentan am leichtesten erkennbare Beispiel dafür. Werden die Käufer befragt, können sie üblicherweise kaum andere Erklärungen angeben als: „Weil es andere auch machen“.
Aber es gibt bessere Erklärungen. Und Auswege.

 

Die Schattenträger

Man stimmt der Politik der AfD nicht zu, wenn man darauf hinweist, dass sie nur Symptom einer gesamtgesellschaftlichen Schieflage ist.

von Andreas Peglau (8.5. 2020)

Nein, ich bin ganz sicher kein Fan von Björn Höcke, Alexander Gauland, Alice Weidel oder der Alternative für Deutschland (AfD). Und ich will deren „rechtes“, zum Teil faschistoides Potenzial, das nun sogar vom Verfassungsschutz anerkannt wird, nicht kleinreden. Aber ich halte es für brandgefährlich, sich nicht bewusst zu machen, wer und was den politischen Rechtsruck hierzulande verursacht hat. Und das ist nun einmal nicht die AfD. Wer die weitere Entdemokratisierung dieses Landes verhindern will, sollte den Mut haben, sämtliche Faktoren zu berücksichtigen, die an dieser verheerenden Entwicklung beteiligt sind. Der politische Rechtsruck kann nur aufgehalten werden, wenn er als gesamtgesellschaftliche Störung begriffen wird.

 

Risse in der Mauer. Die Musikkultur der DDR war bunter und widerständiger als viele im Westen glauben.

(5.10.2019)

Illustration: Matthias Töpfer >> www.bilderdaemmerung.de

Illustration: Matthias Töpfer >> www.bilderdaemmerung.de

 

Laut einer noch immer gern verwendeten Interpretation, die auch zur Deutung des AfD-Erfolgs im ‚Osten‘ herangezogenen wird, war die DDR ein ‚totalitäres‘ Regime, dem NS-Staat insofern nahe verwandt. Angenommen, das träfe zu …

 

 

 

 

„Wissen“-schaft? Über Ignoranten und Fälscher mit Doktorhüten

Das, was uns Politiker als „einzig mögliche Lösung“ vorsetzen, ist in Wirklichkeit (auch) Ausdruck ihrer persönlichen Bedürfnislage und Charakterstruktur. Für das, was uns Wissenschaftler als objektive Wahrheiten anzubieten haben, gilt im Prinzip das Gleiche. Auch das „wissenschaftliche Weltbild“ steht auf spürbar subjektiveren – und wackligeren – Füßen, als es vorgibt.

Den obenstehenden Beitrag habe ich bereits 1997 geschrieben. Da 2021 vielfach zur Rechtfertigung von „Corona“-Maßnahmen „die Wissenschaft“ beschworen wird, als handele es sich dabei um eine einheitliche, immer nur die Wahrheit verkündende Kraft, halte ich ihn wieder für lesenswert.
Auch Vertreter der Wissenschaft Medizin agier(t)en keinesfalls durchweg im Interesse ihrer Patienten und Patientinnen. (Siehe dazu unter anderem die Publikationen oder diesen Vortrag von Dr. med. Gerd Reuther). Gerade in Deutschland gab es schuldhafte Verstrickungen von Ärzten mit destruktiven ökonomischen, politischen und ideologischen Zielsetzungen, die nie vergessen werden sollten.
Dazu habe ich 2018 drei Artikel bei rubikon.de veröffentlicht – siehe unten.
Nur wer diese historischen Tatsachen ignoriert, kann auf die Idee kommen, der Medizin blind zu vertrauen.

Unwertes Leben 2.0. Bayerns Psychiatriegesetz erinnert an die Euthanasie in Nazi-Deutschland

„Das ist kein Hilfe-, sondern ein Polizeigesetz. ” So kommentierte Heribert Prantl am 16. April 2018 in der Süddeutschen Zeitung einen aktuellen Gesetzentwurf der bayerischen Söder-Regierung. Grund genug, darauf hinzuweisen, dass schon einmal in Deutschland – mit Gesetzen flankiert – eine gegen psychisch Kranke gerichtete Entwicklung einsetzte, die zum Massenmord führte. Und das nicht etwa nur an psychisch Kranken.

Menschenfeindlichkeit 2.0. Die Politik der AfD erinnert an die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte

Offenbar aus Sorge über die Reinheit des deutsch-nationalen Genpools hat die AfD im März eine Anfrage im Bundestag eingebracht, die auf die Stigmatisierung von Migranten und Migrantinnen ebenso abzielte wie auf die von Behinderten, insbesondere von behinderten Kindern. Wie kurz der Weg von der Stigmatisierung zum Massenmord sein kann, hat die mehr als 200.000 Menschenleben vernichtende NS-Euthanasie gezeigt.

Die deutsche Tradition. Zu den historischen Vorläufern des bayerischen Psychiatriegesetzes

Am 11. Juli 2018 wurde im bayerischen Landtag das nur unzureichend entschärfte neue Psychiatriegesetz angenommen. Und dies nicht ausschließlich mit den Stimmen der CSU. Der Schulterschluss zwischen SPD und CSU erinnert daran, dass die Diskriminierung von Menschen mit seelischen Problemen in Deutschland eine lange Tradition hat, die schon früh eine Brücke schlug zwischen „links“ und „rechts“.

 

 

Die „Kulturinsel Einsiedel“ – Von der Schwierigkeit, Kunst, Natur und Geldverdienen zu verbinden (1997)

Einsiedel 5

Märchenland … (Foto: A. Peglau)

Es geht nicht östlicher in Deutschland. Wer die Kulturinsel Einsiedel finden will, muss sich immer hart an der Neiße lang bewegen. Zum Beispiel von Görlitz kommend, Richtung Rothenburg.
So bin ich 1995 gefahren. Und plötzlich, zwischen zwei Dörfern, tauchten ungewöhnliche aber sehr einladende Bauten aus viel Holz und Glas und Steinen am Straßenrand auf.
Ein paar Minuten später saß ich an einem offenen Kamin, trank einen Kaffee und blickte auf eine Ausstellung mit Keramik, Schmuck und Gemälden. Und wunderte mich darüber, wer einen solchen Ort in diese abgelegene Gegend gezaubert hatte …

 


 

Über mich.

Ich bin 1957 in Berlin (Ost) geboren.
1981 schloss ich an der Humboldt-Universität das Studium der Klinischen Psychologie mit einem Diplom ab.
Ab 1985 war ich als Redakteur bei Jugendradio DT 64 u.a. für Lebenshilfesendungen zuständig.
Während der DDR-„Wende“ gründete ich mit über 500 interessierten DDR-Bürgerinnen und -Bürgern den Verein „ich-e.V.“ (zunächst „Gemeinschaft zur Förderung der Psychoanalyse“), den ich die nächsten Jahre leitete. Als verantwortlicher Redakteur von „ICH – die Psychozeitung“ schrieb ich zwischen 1990 und 1998 eine Vielzahl von Beiträgen, hielt Vorträge, leitete zeitweise eine Beratungsstelle.
2008 erhielt ich meine Approbation als tiefenpsychologischer und psychoanalytischer Therapeut.
2013 wurde ich an der Berliner Charité zum Dr. rer. medic. promoviert mit einer Arbeit zum Thema „Unpolitische Wissenschaft? Wilhelm Reich und die Psychoanalyse im Nationalsozialismus“, die im selben Jahr im Psychosozial-Verlag Gießen als Buch erschien.

Insbesondere die Recherchen zu diesem Buch haben mich gezwungen, die Psychoanalyse kritischer zu sehen. Für unverzichtbar halte ich dennoch weiterhin die Aufarbeitung individueller Lebensgeschichte, das Bewusstmachen von Unbewusstem, auch – aber nicht nur – in therapeutischer Form.
Sigmund Freud hat 1917 definiert, die Psychoanalyse lasse sich »auf Kulturgeschichte, Religionswissenschaft und Mythologie ebenso anwenden […] wie auf die Neurosenlehre«, sie »beabsichtigt und leistet nichts anderes, als die Aufdeckung des Unbewussten im Seelenleben«. Psychoanalyse ist also weit mehr als eine Therapiemethode. Aber es gibt auch keine isolierten seelischen Vorgänge. Sie sind verknüpft mit sozialen, kulturellen, ökonomischen, politischen und ökologischen Prozessen.
Die nicht zuletzt globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts werden sich deshalb nur konstruktiv bewältigen lassen, wenn wir auch den psychischen Aspekten – endlich – die angemessene Aufmerksamkeit widmen. Diesen Zusammenhang hat Wilhelm Reich schon 1934 benannt:

»Versucht man die Struktur der Menschen allein zu ändern, so widerstrebt die Gesellschaft. Versucht man die Gesellschaft allein zu ändern, so widerstreben die Menschen. Das zeigt, dass keines für sich allein verändert werden kann.«

Zu einem solchen Veränderungsprozess einen Beitrag zu leisten, bemühe ich mich seit langem. Auf dieser Webseite habe ich einiges von dem, was dabei herausgekommen ist und mir mitteilenswert erscheint, zusammengestellt.
Gelegentlich werde ich es ergänzen.

Andreas Peglau

PS 1: Für Rückmeldungen, gern auch kritische, steht die Email-Adresse
info@andreas-peglau-psychoanalyse.de zur Verfügung.

PS 2: Diese Webseite steht in enger Beziehung zu, überlappt bzw. ergänzt sich wechselseitig mit dieser Webseite: https://weltall-erde-ich.de