Vermischtes

Tarek Al-Ubaidi und Andreas Peglau bei CROPfm zur Neuauflage der „Massenpsychologie des Faschismus“

In einem knapp zweistündigen Gespräch haben wir am 27. März 2020 versucht, Inhalt und Aktualität von Reichs Klassiker gerecht zu werden, inklusive kurzer Verständigungen über „Me too“, Homophobie und Corona. Hier kann die Sendung gehört und heruntergeladen werden. 
Das Gespräch beginnt 8 Minuten nach dem Start der Sendung.

https://cropfm.at/images/Peglau-2020-750.jpg

Illustration: Matthias Töpfer >> atelier-toepfer.de

 

„Massenpsychologie des Faschismus“ auf Platz 9 der Bestsellerliste des Psychosozial-Verlages:

Bestsellerliste des Psychosozial-Verlages, 3. April 2020

 

Raus aus der Panik!

Mittels Realitätsprüfung können wir versuchen, unsere Situation wieder selbstbewusster zu erfassen und zu gestalten. 

 Von Andreas Peglau

Es ist oft sehr schwer, sich dem Sog massenhaften Verhaltens zu entziehen. Das Toilettenpapier-Hamstern ist nur das momentan am leichtesten erkennbare Beispiel dafür. Werden die Käufer befragt, können sie üblicherweise kaum andere Erklärungen angeben als: „Weil es andere auch machen“.
Aber es gibt bessere Erklärungen. Und Auswege.

 

Die Psychologie der Krise

Die Werke Erich Fromms helfen, zu durchschauen, was Corona in uns und mit uns macht — beziehungsweise, was gerade mit uns gemacht wird.

von Andreas Peglau

Fromms doppeltes Jubiläum — er wurde am 23. März vor 120 Jahren geboren und hatte am 18. März seinen 40. Todestag — ist ein guter Anlass, ihn zu würdigen. Ich hätte dafür gern an seinem bekanntesten Buch angeknüpft: der „Kunst des Liebens“. Aber eine andere seiner Schriften kommt mir momentan wichtiger vor: „Die Anatomie der menschlichen Destruktivität“. Meines Erachtens spiegeln mehrere Kapitel dieses 1973 erschienenen Buches etwas wider, was sich heute in Deutschland und anderswo ereignet.

 

Im Januar 2020 ist die Originalfassung von Wilhelm Reichs „Massenpsychologie des Faschismus“ wieder erschienen – nach 87 Jahren

MPF 33 Neuausgabe Werbung

 

Hier kann das Buch im Verlag bestellt werden.

Mehr Informationen hier zum Nachlesen
oder als pdf zum Download:
WR Massenpsychologie Neuauflage 2020

Hier eine Leseprobe (Inhaltsverzeichnis plus Vorrede)

Auf hagalil.com finden sich neben einer Einführung Auszüge aus Reichs Kapitel zur Rassentheorie.

Unter dem Titel „Anatomie des Wahns“ ist auch bei rubikon.de eine kurze Einführung plus Leseprobe erschienen.

junge Welt, Thema vom 21. Februar 2020: „Verdrängter Klassiker. Nicht nur von historischem Interesse – die vergriffene Originalfassung von Wilhelm Reichs ‚Massenpsychologie des Faschismus‘ ist neu aufgelegt worden“.
Dieser Beitrag hält sich auch in die Top 20 der junge-Welt-Themenbeiträge der letzten zwölf Monate geschafft, inzwischen auf Platz 12:

junge Welt 4. April 2020

In einer Rezension des Buches für Luzifer-Amor schreibt Helmut Dahmer:
„Psychoanalytiker wie Stalinisten fanden 1933, gleichermaßen verblendet, auf Reichs Massenpsychologie des Faschismus keine andere Antwort, als diesen Autor zu ächten. Acht Jahrzehnte später taucht nun der lang verdrängte ’nationalsozialistische Untergrund‘ vor unseren Augen gespenstisch wieder auf. Da wird Reichs legendärer Originaltext von 1933 wieder gebraucht.“

Ausführlich würdigt Dahmer Reichs Werk in einem am 27. Januar 2020 erschienenen Artikel in kritiknetz.de.

Günter Rexilius urteilt in der Neuen Rheinischen Zeitung vom 5. Februar 2020:
„Niemand hat wie Reich mit psycho-analytischer Akribie untersucht, dass und wie patriarchale Gesellschaften auf faschistischem Denken und Handeln fußen: Der sie tragende autoritäre Erziehungsstil, der sexualfeindlich und destruktiv ist, verankert in den kindlichen Individuen Angst, Unterwürfigkeit und Aggressivität als ‚Marschroute‘ durchs Leben. So einfach und eindringlich wie überzeugend beschreibt Wilhelm Reich ein bis heute überdauerndes bürgerliches Gesellschaftsmodell, das sich einer psychischen Dynamik bedient, die wir alle mehr oder weniger gut kennen.“

In socialnet.de zieht Hans-Peter Heekerens am 25. Februar 2020 folgendes Fazit zur Massenpsychologie:
„Das Buch gehört dahin, wovon es die Nazis und ihre allzu willigen Helfer bis in die Spitzen der deutschen Professorenschaft zur klammheimlichen Freude der kommunistischen wie psychoanalytischen Orthodoxie erfolgreich bald neun Jahrzehnte ferngehalten haben: in die Hochschulbibliotheken und sonstige Bibliotheken, die der Bildung in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter dienen.“

Im Blättchen vom 2. März 2020 fasst Wolfgang Brauer wichtige Schlüsse aus Reichs Buch zusammen:
„Erstens sind die neuen nazistischen Bewegungen keine Eintagsfliegen, und sie repräsentieren auch keine vernachlässigbaren Minderheiten. Zweitens scheinen die bislang gewählten politischen Mittel ihrer Bekämpfung einigermaßen hilf- und erfolglos zu sein. Auch wenn sie mit Getöse daherkommen.
Es ist eine medizinische Binsenweisheit, dass vor jeder Therapie eine gründliche Anamnese zu erfolgen hat. Für die Politik gilt das nicht minder. Noch wird das sträflich vernachlässigt. Andreas Peglaus Reich-Edition gibt wertvolle Anregungen, diesen misslichen Zustand zu überwinden.“

Werner Abel verweist im Neuen Deutschland vom 10. März 2020 darauf, dass Reich in seinen  autobiografischen Miteilungen resümiert, „die Sowjetunion sei bereits ‚1936 ein eindeutig imperialistischer Staat‘ gewesen, ‚der nur eines mit dem demokratischen Kommunismus gemein hatte: das Bauen auf die Hoffnung der Menschen auf eine bessere Zukunft‘. Antikommunist wurde Reich nie, aber nachvollziehbarerweise Antistalinist.“ Die Rezension schließt mit dem Satz: „Wer ein ganzheitliches Verständnis des NS-Regimes anstrebt, aber auch wer den gegenwärtigen politischen Rechtsruck durchschauen und bekämpfen will, sollte das Buch lesen.“

 

Hörbuch „Massenpsychologie des Faschismus“ (1933):
Anhören und kostenlos herunterladen

Gestaltung: Jan Petzold

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berlin-Alexanderplatz, 4. November 1989

Während der 9. November 1989 regelmäßig als neuer „Tag der Befreiung“ zelebriert wird, bleibt ein anderes Datum weiterhin vergessen und verdrängt. Dabei war es der Höhepunkt des Bemühens, im Osten Deutschlands etwas zu errichten, was noch immer eine gute Idee ist: demokratischer Sozialismus.
Ich habe mich bemüht, das entscheidende Ereignis dieses Tages zu rekonstruieren.

Foto: Gpl/Umbruch Bildarchiv, Lausitzer Straße 10, 10999 Berlin, Tel. 030/612 30 37. Weitere Bilder von der Demonstration am 4.11.89 und rund um den Mauerfall unter: http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/mauerfall.html

Foto: Gpl/Umbruch Bildarchiv, Lausitzer Straße 10, 10999 Berlin, Tel. 030/612 30 37. Weitere Bilder vom 4.11.89 unter: http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/mauerfall.html

 

 

Risse in der Mauer. Die Musikkultur der DDR war bunter und widerständiger als viele im Westen glauben.

Illustration: Matthias Töpfer >> www.bilderdaemmerung.de

Illustration: Matthias Töpfer >> www.bilderdaemmerung.de

Dieser rubikon-Artikel beginnt so: „Laut einer noch immer gern verwendeten Interpretation, die auch zur Deutung des AfD-Erfolgs im ‚Osten‘ herangezogenen wird, war die DDR ein ‚totalitäres‘ Regime, dem NS-Staat insofern nahe verwandt. Angenommen, das träfe zu …“

 

 

 

 

„Rechtsruck im 21. Jahrhundert“. Hörbuch und Buch als kostenloser Download

Andreas Peglau:Rechtsruck im 21. Jahrhundert. Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus als Erklärungsansatz“ (NORA-Verlag Berlin, 2017). Der Buchtext steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Hörbuch Andreas Peglau Rechtsruck

 

Das aus diesem Buch entstandene, gekürzte HÖR-Buch (2018) kann hier gehört und kostenlos heruntergeladen werden.


Weiterleitung und Verbreitung von Buch und Hörbuch zu nichtkommerziellen Zwecken sind ausdrücklich erwünscht.

 

 

Andreas Peglau im Gespräch mit Jürgen Bergmann, Holzbildhauer, Spielplatzbauer, Initiator und Leiter eines ungewöhnlichen Projektes (1997)

Es geht nicht östlicher in Deutschland. Wer die Kulturinsel Einsiedel finden will, muss sich immer hart an der Neiße lang bewegen. Zum Beispiel von Görlitz kommend, Richtung Rothenburg.
So bin ich 1995 gefahren. Und plötzlich, zwischen zwei Dörfern, tauchten ungewöhnliche aber sehr einladende Bauten am Straßenrand auf. Ich wunderte mich, wer einen solchen Ort in diese abgelegene Gegend gezaubert hatte.
Außerdem schien dieser Jemand viele Kinder zu haben: Sämtliche Gebäude waren nahezu umzingelt von Holz-Spielgeräten. Und manche weitere Konstruktion diente anscheinend noch ganz anderen Zwecken: Bühnen, Türme – und ein Baumhaus.

Einsiedel 5, Foto Andreas Peglau

Märchenland … (Foto: A. Peglau)


 

Über mich.

Ich bin 1957 in Berlin (Ost) geboren.
1981 schloss ich an der Humboldt-Universität das Studium der Klinischen Psychologie mit einem Diplom ab.
Ab 1985 war ich als Redakteur bei Jugendradio DT 64 u.a. für Lebenshilfesendungen zuständig.
Während der DDR-„Wende“ gründete ich mit über 500 interessierten DDR-Bürgerinnen und -Bürgern den Verein „ich-e.V.“ (zunächst „Gemeinschaft zur Förderung der Psychoanalyse“), den ich die nächsten Jahre leitete. Als verantwortlicher Redakteur von „ICH – die Psychozeitung“ schrieb ich zwischen 1990 und 1998 eine Vielzahl von Beiträgen, hielt Vorträge, leitete zeitweise eine Beratungsstelle.
2008 erhielt ich meine Approbation als tiefenpsychologischer und psychoanalytischer Therapeut, praktiziere seitdem in Berlin.
2013 wurde ich an der Berliner Charité zum Dr. rer. medic. promoviert mit einer Arbeit zum Thema „Unpolitische Wissenschaft? Wilhelm Reich und die Psychoanalyse im Nationalsozialismus“, die im selben Jahr im Psychosozial-Verlag Gießen als Buch erschien.

Insbesondere die Recherchen zu diesem Buch haben mich gezwungen, die Psychoanalyse kritischer zu sehen. Für unverzichtbar halte ich dennoch weiterhin die Aufarbeitung individueller Lebensgeschichte, das Bewusstmachen von Unbewusstem, auch – aber nicht nur – in therapeutischer Form.
Sigmund Freud hat 1917 definiert, die Psychoanalyse lasse sich »auf Kulturgeschichte, Religionswissenschaft und Mythologie ebenso anwenden […] wie auf die Neurosenlehre«, sie »beabsichtigt und leistet nichts anderes, als die Aufdeckung des Unbewussten im Seelenleben«. Psychoanalyse ist also weit mehr als eine Therapiemethode. Aber es gibt auch keine isolierten seelischen Vorgänge. Sie sind verknüpft mit sozialen, kulturellen, ökonomischen, politischen und ökologischen Prozessen.
Die nicht zuletzt globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts werden sich deshalb nur konstruktiv bewältigen lassen, wenn wir auch den psychischen Aspekten – endlich – die angemessene Aufmerksamkeit widmen. Diesen Zusammenhang hat Wilhelm Reich schon 1934 benannt:

»Versucht man die Struktur der Menschen allein zu ändern, so widerstrebt die Gesellschaft. Versucht man die Gesellschaft allein zu ändern, so widerstreben die Menschen. Das zeigt, dass keines für sich allein verändert werden kann.«

Zu einem solchen Veränderungsprozess einen Beitrag zu leisten, bemühe ich mich seit langem. Auf dieser Webseite habe ich einiges von dem, was dabei herausgekommen ist und mir mitteilenswert erscheint, zusammengestellt.
Gelegentlich werde ich es ergänzen.

Andreas Peglau, Mai 2019

Andreas Peglau

PS 1: Für Rückmeldungen, gern auch kritische, steht die Email-Adresse
info@andreas-peglau-psychoanalyse.de zur Verfügung.

PS 2: Diese Webseite steht in enger Beziehung zu, überlappt bzw. ergänzt sich wechselseitig mit dieser Webseite: https://weltall-erde-ich.de