Vermischtes

* Zum 9. November – internationaler Tag gegen Faschismus und Antisemitismus: Die psychosozialen Wurzeln des Rechtsrucks
TalkTogether – Zeitung von und für MigrantInnen und Nicht-MigrantInnen (Salzburg) im Gespräch mit Andreas Peglau
„Talk-together: Dieses Jahr jährt sich der Novemberpogrom der Nazis zum 80. Mal. Was würdest du dir wünschen, wie dieses Tages gedacht werden sollte?
A.P.: Da Menschen eher bereit sind, sich anhand von Jahrestagen mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen, kann ich nur hoffen, dass an diesem Tag auch über die psychosozialen Ursachen für den Rechtsruck, den wir heute erleben, reflektiert und diskutiert wird …“
Gesamtes Interview: HIER.

* Vor kurzem ist ein wichtiges Buch des Psychologen und Kommunikationsforschers Rainer Mausfeld erschienen: Warum schweigen die Lämmer?: Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören.
Meine Sicht darauf habe ich hier festgehalten: Kein Mensch wird als Schaf geboren.

* „Der DDR-BRD-Vergleich liefert (…) den Beweis, dass die Ausprägung rechtsextremer
Einstellungen von den Lebensbedingungen und Normen abhängt,
die eine Gesellschaft anbietet. Das heißt, dass es sehr wohl möglich ist, diese Ausprägung zu reduzieren und dass es keineswegs
aussichtlos ist, sie gänzlich
zum Verschwinden bringen zu wollen.“
Zitat aus dem Rechtsruck-Hörbuch. Genaueres hier.

* Am 7. September 2018 habe ich auf dem 16. europäischen Kongress für Körperpsychotherapie an der FU Berlin einen Vortrag zur Aktualität von Wilhelm Reichs massenpsychologischen Erkenntnissen gehalten.
Hier kann der 41-minütige Videomitschnitt angesehen werden.

Foto: Josef Hager

Der Vortragstext kann hier im Original nachgelesen werden und hier in der englischen Übersetzung. Barnaby B. Barratt hat sich inzwischen in einem Artikel damit auseinandergesetzt: Fascist “creep” and the relevance of sexual (un)freedom.

 

* Das im September 2018 fertig gestellte Hörbuch „Rechtsruck im 21. Jahrhundert“,

gesprochen von der Schauspielerin Sabine Falkenberg und dem Schauspieler Thomas Nicolai, kann hier gehört und kostenlos heruntergeladen werden.

* Dieses Hörbuch wurde gestaltet nach Auszügen aus meinem 2017 im NORA-Verlag Berlin erschienenen Buch Rechtsruck im 21. Jahrhundert. Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus als Erklärungsansatz.
Hier ist es als kostenloses pdf-Dokument herunterzuladen.
Weiterleitung und Verbreitung sowohl des Buches als auch des Hörbuchs zu nichtkommerziellen Zwecken sind ausdrücklich erwünscht.

* Mein Artikel „Vom Nicht-Veralten des autoritären Charakters“ ist seit seinem Erscheinen bei SozialGeschichte.Online im April 2018 mehr als 2.800-mal heruntergeladen worden. Die Ausgabe, in der er enthalten ist, findet zudem auch als Printversion Verbreitung.
Vielleicht wächst die Zahl der Menschen, die begreifen, wie wichtig diese Zusammenhänge sind für das Verständnis unserer politischen Situation?
Am 7. November erschien übrigens die aktuelle Untersuchung zum Rechtstextremismus in der  „Mitte“ unserer Gesellschaft – seit diesem Jahr „Lepziger Autoritarismus-Studien“ genannt. Der 2018er Band trägt den bezeichenden Titel „Flucht ins Autoritäre“.

 

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Über mich.

Ich bin 1957 in Berlin (Ost) geboren.
1981 schloss ich an der Humboldt-Universität das Studium der Klinischen Psychologie mit einem Diplom ab.
Ab 1985 war ich als Redakteur bei Jugendradio DT 64 u.a. für Lebenshilfesendungen zuständig.
Während der DDR-„Wende“ gründete ich mit über 500 interessierten DDR-Bürgerinnen und -Bürgern den Verein „ich-e.V.“ (zunächst „Gemeinschaft zur Förderung der Psychoanalyse“), den ich die nächsten Jahre leitete. Als verantwortlicher Redakteur von „ICH – die Psychozeitung“ schrieb ich zwischen 1990 und 1998 eine Vielzahl von Beiträgen, hielt Vorträge, leitete zeitweise eine Beratungsstelle.
2008 erhielt ich meine Approbation als tiefenpsychologischer und psychoanalytischer Therapeut, praktiziere seitdem in Berlin.
2013 wurde ich an der Berliner Charité zum Dr. rer. medic. promoviert mit einer Arbeit zum Thema „Unpolitische Wissenschaft? Wilhelm Reich und die Psychoanalyse im Nationalsozialismus“, die im selben Jahr im Psychosozial-Verlag Gießen als Buch erschien.

Insbesondere die Recherchen zu diesem Buch haben mich gezwungen, die Psychoanalyse kritischer zu sehen. Für unverzichtbar halte ich dennoch weiterhin die Aufarbeitung individueller Lebensgeschichte, das Bewusstmachen von Unbewusstem, auch – aber nicht nur – in therapeutischer Form.
Sigmund Freud hat 1917 definiert, die Psychoanalyse lasse sich »auf Kulturgeschichte, Religionswissenschaft und Mythologie ebenso anwenden […] wie auf die Neurosenlehre«, sie »beabsichtigt und leistet nichts anderes, als die Aufdeckung des Unbewussten im Seelenleben«. Psychoanalyse ist also weit mehr als eine Therapiemethode. Aber es gibt auch keine isolierten seelischen Vorgänge. Sie sind verknüpft mit sozialen, kulturellen, ökonomischen, politischen und ökologischen Prozessen.
Die nicht zuletzt globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts werden sich deshalb nur konstruktiv bewältigen lassen, wenn wir auch den psychischen Aspekten – endlich – die angemessene Aufmerksamkeit widmen. Diesen Zusammenhang hat Wilhelm Reich schon 1934 benannt:

»Versucht man die Struktur der Menschen allein zu ändern, so widerstrebt die Gesellschaft. Versucht man die Gesellschaft allein zu ändern, so widerstreben die Menschen. Das zeigt, dass keines für sich allein verändert werden kann.«

Zu einem solchen Veränderungsprozess einen Beitrag zu leisten, bemühe ich mich seit langem. Auf dieser Webseite habe ich einiges von dem, was dabei herausgekommen ist und mir mitteilenswert erscheint, zusammengestellt. Gelegentlich werde ich es ergänzen.

Andreas Peglau

PS 1: Für Rückmeldungen, gern auch kritische, steht die Email-Adresse
info@andreas-peglau-psychoanalyse.de zur Verfügung.

PS 2: Diese Webseite steht in enger Beziehung zu, überlappt bzw. ergänzt sich wechselseitig mit dieser Webseite: http://weltall-erde-ich.de