Vermischtes

Love, Work and Knowledge: The Life and Trials of Wilhelm Reich

Dieser seit 2015 gedrehte, Ende 2017 in New York, im Mai 2018 in Europa uraufgeführte Dokumentarfilm von Glenn Orkin und Kevin Hinchey steht jetzt per Streaming zur Verfügung.

„Der Ossi war’s!“

Zitat aus rubikon, 31.8.2019: „Anlässlich der bevorstehenden Landtagswahlen ist im Rubikon eine Debatte über das Erstarken rechter Parteien entbrannt. Götz Eisenberg hatte die hohen Wahlergebnisse der AfD vor allem im Osten mit dem „autoritären Charakter“ und also einem Theoriegebäude der Frankfurter Schule zu erklären versucht. Rubikon-Herausgeber Jens Wernicke widersprach daraufhin dieser für ihn als „Ossi“ nicht zu ertragenden und aktuell weit verbreiteten „Elitensicht“ mit einem flammenden Appell gegen Pauschalisierungen und für vertiefende Analyse.
Nun mischt sich auch Andreas Peglau, seines Zeichens Psychoanalytiker und Kenner der Faschismustheorie Wilhelm Reichs, in diese Debatte ein:“ https://www.rubikon.news/artikel/der-ossi-war-s

Eine der im obigen Beitrag anhand sozialwissenschaftlicher Untersuchungen widerlegten Lieblingsthesen diverser Journalisten und Politiker, ist die von den angeblich schon immer „rechteren“ (Ex)-DDR-Bürgerinnen und -Bürgern.

Die hohe AfD-Präsenz in den neueren Bundesländern liegt aber auch nicht einfach an der – ja tatsächlich zu beklagenden – schlechteren materiellen Situation in der östlichen Landeshälfte. In einem humaneren, solidarischem System würde sich das keinesfalls so destruktiv auswirken – siehe Beitrag Verschobene Wut.

Andere Hintergründe für die Bevorzugung von Parteien, die ihren Wählerinnen und Wählern letztlich mehr schaden als nutzen, nahm 1982 BAP vorweg. Am Schluss von „Wellenreiter“ singt Wolfgang Niedecken:

Hör mal, Wellenreiter, ist nicht alles Mist.
Sieht zwar fast so aus,
Doch könnte sein, dass – je nachdem – noch was zu ändern ist.
Nur wie du jetzt bist, passt du denen ganz prima ins Konzept,
Die dich genau so wollten – halt als Depp.

 

Psychoanalyse im Nationalsozialismus. Eine Kurzfasssung

Unter dieser Überschrift habe ich neun aufeinander aufbauende Beiträge zu einem 58-seitigen pdf-Dokument zusamengestellt. Es enthält wesentliche Recherche-Ergebnisse aus meinem Buch „Unpolitische Wissenschaft? Wilhelm Reich und die Psychoanalyse im Nationalsozialismus“.

Hier ist das pdf-Dokument herunterzuladen:
Andreas Peglau Psychoanalyse im Nationalsozialismus. Eine Kurzfassung (2019)

Hier lässt sich der Text der Kurzfassung insgesamt nachlesen.

Hier finden sich Quellenverzeichnis (28 Seiten) und Namensverzeichnis (18 Seiten) des Buches.

Hier ist des Vorwort zur erweiterten Auflage von 2017 zu lesen.  

 

„Rechtsruck im 21. Jahrhundert“. Hörbuch und Buch als kostenloser Download

Andreas Peglau:Rechtsruck im 21. Jahrhundert. Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus als Erklärungsansatz“ (NORA-Verlag Berlin, 2017). Der Buchtext steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Hörbuch Andreas Peglau Rechtsruck

 

Das aus diesem Buch entstandene, gekürzte HÖR-Buch (2018) kann hier gehört und kostenlos heruntergeladen werden.


Weiterleitung und Verbreitung von Buch und Hörbuch zu nichtkommerziellen Zwecken sind ausdrücklich erwünscht.

 

 

Zu Rainer Mausfelds Buch

„Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören“ (2018). Meine ambivalente Sicht auf dieses Buch habe ich hier festgehalten:

Andreas Peglau: Kein Mensch wird als Schaf geboren. Rezension zu Rainer Mausfeld.

 

Altes Denken löst keine neuen Probleme. Der Demograph Parviz Khalatbari, befragt von Andreas Peglau (1995)

Zu Ursachen und Wirkungen von Flüchtlingsströmen, globalen Veränderungen in Bevölkerungswachstum- und verteilung.

Parviz Khalatbari

Parviz Khalatbari, 1925-2012

 

„Das Grundübel unserer Welt ist ihre Polarisierung! Die Wurzeln dafür liegen in der Industriellen Revolution und dem Kolonialismus: An einem Pol konzentrierten sich Industrie und Reichtum, der andere Pol lieferte Rohstoffe und hier konzentrierten sich Armut und Rückständigkeit. (…)
Ich teile also die Meinung, daß spätestens unsere Nachkommen Massenwanderungen unbekannten Ausmaßes erleben werden. Und das wird kaum friedlich ablaufen.“

 

Ursachen des aktuellen „Rechtsrucks“ und Möglichkeiten, etwas gegen ihn zu tun

Vortrag, im September 2018 auf dem europäischen Kongress für Körperpsychotherapie in Berlin gehalten.

„Gerade Therapeuten und Therapeutinnen, die sich bemühen, ganzheitlich zu arbeiten, die Seele, Körper, Energie, Beziehung, Lebensgeschichte, familiäre und gesellschaftliche Faktoren in ihre Behandlung integrieren – wie es Wilhelm Reich ab 1930 hier in Berlin ebenfalls tat – haben diesbezüglich eine spezifische Verantwortung.
Sie sind immer wieder mit den massenhaft verbreiteten Störungen konfrontiert, ohne die es keinen Faschismus und keinen Rechtsruck geben könnte, erfahren, was diese Störungen verursacht hat und was sie unterhält. Und sie erleben, wie diese Störungen geheilt oder zumindest gelindert werden können.
Mit dem Wissen über diese Zusammenhänge an die Öffentlichkeit zu gehen, das ist seit 2014 noch weit dringender geworden, als es ohnehin schon war.“

Hier kann der ca. 40-minütige Videomitschnitt angesehen werden.

Videomitschnitt Vortrag Andreas Peglau Rechtsruck

Foto: Josef Hager

Der Vortragstext kann hier im Original nachgelesen werden und hier in der englischen Übersetzung = please click here for the English translation.

 

Andreas Peglau im Gespräch mit Jürgen Bergmann, Holzbildhauer, Spielplatzbauer, Initiator und Leiter eines ungewöhnlichen Projektes (1997)

Es geht nicht östlicher in Deutschland. Wer die Kulturinsel Einsiedel finden will, muss sich immer hart an der Neiße lang bewegen. Zum Beispiel von Görlitz kommend, Richtung Rothenburg.
So bin ich 1995 gefahren. Und plötzlich, zwischen zwei Dörfern, tauchten ungewöhnliche aber sehr einladende Bauten am Straßenrand auf. Ich wunderte mich, wer einen solchen Ort in diese abgelegene Gegend gezaubert hatte.
Außerdem schien dieser Jemand viele Kinder zu haben: Sämtliche Gebäude waren nahezu umzingelt von Holz-Spielgeräten. Und manche weitere Konstruktion diente anscheinend noch ganz anderen Zwecken: Bühnen, Türme – und ein Baumhaus.

Einsiedel 5, Foto Andreas Peglau

Märchenland … (Foto: A. Peglau)


 

Über mich.

Ich bin 1957 in Berlin (Ost) geboren.
1981 schloss ich an der Humboldt-Universität das Studium der Klinischen Psychologie mit einem Diplom ab.
Ab 1985 war ich als Redakteur bei Jugendradio DT 64 u.a. für Lebenshilfesendungen zuständig.
Während der DDR-„Wende“ gründete ich mit über 500 interessierten DDR-Bürgerinnen und -Bürgern den Verein „ich-e.V.“ (zunächst „Gemeinschaft zur Förderung der Psychoanalyse“), den ich die nächsten Jahre leitete. Als verantwortlicher Redakteur von „ICH – die Psychozeitung“ schrieb ich zwischen 1990 und 1998 eine Vielzahl von Beiträgen, hielt Vorträge, leitete zeitweise eine Beratungsstelle.
2008 erhielt ich meine Approbation als tiefenpsychologischer und psychoanalytischer Therapeut, praktiziere seitdem in Berlin.
2013 wurde ich an der Berliner Charité zum Dr. rer. medic. promoviert mit einer Arbeit zum Thema „Unpolitische Wissenschaft? Wilhelm Reich und die Psychoanalyse im Nationalsozialismus“, die im selben Jahr im Psychosozial-Verlag Gießen als Buch erschien.

Insbesondere die Recherchen zu diesem Buch haben mich gezwungen, die Psychoanalyse kritischer zu sehen. Für unverzichtbar halte ich dennoch weiterhin die Aufarbeitung individueller Lebensgeschichte, das Bewusstmachen von Unbewusstem, auch – aber nicht nur – in therapeutischer Form.
Sigmund Freud hat 1917 definiert, die Psychoanalyse lasse sich »auf Kulturgeschichte, Religionswissenschaft und Mythologie ebenso anwenden […] wie auf die Neurosenlehre«, sie »beabsichtigt und leistet nichts anderes, als die Aufdeckung des Unbewussten im Seelenleben«. Psychoanalyse ist also weit mehr als eine Therapiemethode. Aber es gibt auch keine isolierten seelischen Vorgänge. Sie sind verknüpft mit sozialen, kulturellen, ökonomischen, politischen und ökologischen Prozessen.
Die nicht zuletzt globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts werden sich deshalb nur konstruktiv bewältigen lassen, wenn wir auch den psychischen Aspekten – endlich – die angemessene Aufmerksamkeit widmen. Diesen Zusammenhang hat Wilhelm Reich schon 1934 benannt:

»Versucht man die Struktur der Menschen allein zu ändern, so widerstrebt die Gesellschaft. Versucht man die Gesellschaft allein zu ändern, so widerstreben die Menschen. Das zeigt, dass keines für sich allein verändert werden kann.«

Zu einem solchen Veränderungsprozess einen Beitrag zu leisten, bemühe ich mich seit langem. Auf dieser Webseite habe ich einiges von dem, was dabei herausgekommen ist und mir mitteilenswert erscheint, zusammengestellt.
Gelegentlich werde ich es ergänzen.

Andreas Peglau, Mai 2019

Andreas Peglau

PS 1: Für Rückmeldungen, gern auch kritische, steht die Email-Adresse
info@andreas-peglau-psychoanalyse.de zur Verfügung.

PS 2: Diese Webseite steht in enger Beziehung zu, überlappt bzw. ergänzt sich wechselseitig mit dieser Webseite: https://weltall-erde-ich.de