Vermischtes

Die Diagnose „Rechtsruck“ genügt nicht mehr

Die Schwangere begleitenden, Haus- und natürliche Geburten anbietenden freiberuflichen Hebammen werden durch rapide Erhöhung der Versicherungsbeiträge systematisch in Existenznot gebracht. (…)
Symptomatisch für die Renaissance „schwarzer Pädagogik“ ist, dass der Film „Elternschule“ nicht nur im Kino lief, sondern im Juli 2019 auch im deutschen Fernsehen. (…)
Mit der AfD erstarkt die patriarchale Ideologie, inklusive der Abwertung von Frauen. (…)
Was Psychotherapie betrifft, fährt „Gesundheits“-Minister Spahn einen Kurs, der offenkundig auf die Abschaffung ambulanter Psychotherapie insgesamt, zuallererst aber analytischer und tiefenpsychologischer Langzeittherapien abzielt. (…) Dazu passt, dass das neue bayerische Psychiatriegesetz „Parallelen zum Maßregelvollzug“ enthält.
Dass auf EU-Ebene durch diverse Handelsabkommen permanent Gremien geschaffen werden, „die ohne demokratische Kontrolle unsere Lebensverhältnisse bestimmen“ (…), verstärkt die Befürchtung: Was da läuft, umfasst mehr als den „Rechtsruck“. Uns droht die Restauration offen autoritärer, bürgerlich-reaktionärer Gesellschaftsverhältnisse, ein umfassendes psychosoziales Roll-back.
Wie kommt das?

Andreas Peglau, IPPNW-Zeitschrift amatom, 32/2019

Gesamter Text: https://andreas-peglau-psychoanalyse.de/die-diagnose-rechtsruck-genuegt-nicht-mehr/

 

 

Hörbuch „Massenpsychologie des Faschismus“ (1933): Anhören und kostenlos Herunterladen

Gestaltung: Jan Petzold

 

 

 

 

(Neueinstieg am 14.11. auf Rang 8, 15.11. Rang 1, 16.11. Rang 6, 17. und 20.11. Rang 4)

 

 

Berlin-Alexanderplatz, 4. November 1989

Während der 9. November 1989 regelmäßig als neuer „Tag der Befreiung“ zelebriert wird, bleibt ein anderes Datum weiterhin vergessen und verdrängt. Dabei war es der Höhepunkt des Bemühens, im Osten Deutschlands etwas zu errichten, was noch immer eine gute Idee ist: demokratischer Sozialismus.
Ich habe mich bemüht, das entscheidende Ereignis dieses Tages zu rekonstruieren.

Foto: Gpl/Umbruch Bildarchiv, Lausitzer Straße 10, 10999 Berlin, Tel. 030/612 30 37. Weitere Bilder von der Demonstration am 4.11.89 und rund um den Mauerfall unter: http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/mauerfall.html

Foto: Gpl/Umbruch Bildarchiv, Lausitzer Straße 10, 10999 Berlin, Tel. 030/612 30 37. Weitere Bilder vom 4.11.89 unter: http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/mauerfall.html

 

 

Im Januar 2020 wird – nach 87 Jahren – Reichs sozialwissenschaftliches Hauptwerk in seiner Urfassung wieder veröffentlicht:

MPF 33 Neuausgabe Werbung

 

Hier kann das Buch im Verlag vorbestellt werden.

Mehr Informationen hier als pdf zum Download:
WR Massenpsychologie Neuauflage 2020

Oder hier zum Nachlesen.

Vormerken: Buchvorstellung an der Wiener Sigmund-Freud-Universität am 19. März 2020:
https://www.sfu.ac.at/de/event/buchpraesentation-wilhelm-reich-massenpsychologie-des-faschismus/

 

 

 

Risse in der Mauer. Die Musikkultur der DDR war bunter und widerständiger als viele im Westen glauben.

Illustration: Matthias Töpfer >> www.bilderdaemmerung.de

Illustration: Matthias Töpfer >> www.bilderdaemmerung.de

Dieser rubikon-Artikel beginnt so: „Laut einer noch immer gern verwendeten Interpretation, die auch zur Deutung des AfD-Erfolgs im ‚Osten‘ herangezogenen wird, war die DDR ein ‚totalitäres‘ Regime, dem NS-Staat insofern nahe verwandt. Angenommen, das träfe zu …“

 

 

 

 

„Rechtsruck im 21. Jahrhundert“. Hörbuch und Buch als kostenloser Download

Andreas Peglau:Rechtsruck im 21. Jahrhundert. Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus als Erklärungsansatz“ (NORA-Verlag Berlin, 2017). Der Buchtext steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Hörbuch Andreas Peglau Rechtsruck

 

Das aus diesem Buch entstandene, gekürzte HÖR-Buch (2018) kann hier gehört und kostenlos heruntergeladen werden.


Weiterleitung und Verbreitung von Buch und Hörbuch zu nichtkommerziellen Zwecken sind ausdrücklich erwünscht.

 

 

Andreas Peglau im Gespräch mit Jürgen Bergmann, Holzbildhauer, Spielplatzbauer, Initiator und Leiter eines ungewöhnlichen Projektes (1997)

Es geht nicht östlicher in Deutschland. Wer die Kulturinsel Einsiedel finden will, muss sich immer hart an der Neiße lang bewegen. Zum Beispiel von Görlitz kommend, Richtung Rothenburg.
So bin ich 1995 gefahren. Und plötzlich, zwischen zwei Dörfern, tauchten ungewöhnliche aber sehr einladende Bauten am Straßenrand auf. Ich wunderte mich, wer einen solchen Ort in diese abgelegene Gegend gezaubert hatte.
Außerdem schien dieser Jemand viele Kinder zu haben: Sämtliche Gebäude waren nahezu umzingelt von Holz-Spielgeräten. Und manche weitere Konstruktion diente anscheinend noch ganz anderen Zwecken: Bühnen, Türme – und ein Baumhaus.

Einsiedel 5, Foto Andreas Peglau

Märchenland … (Foto: A. Peglau)


 

Über mich.

Ich bin 1957 in Berlin (Ost) geboren.
1981 schloss ich an der Humboldt-Universität das Studium der Klinischen Psychologie mit einem Diplom ab.
Ab 1985 war ich als Redakteur bei Jugendradio DT 64 u.a. für Lebenshilfesendungen zuständig.
Während der DDR-„Wende“ gründete ich mit über 500 interessierten DDR-Bürgerinnen und -Bürgern den Verein „ich-e.V.“ (zunächst „Gemeinschaft zur Förderung der Psychoanalyse“), den ich die nächsten Jahre leitete. Als verantwortlicher Redakteur von „ICH – die Psychozeitung“ schrieb ich zwischen 1990 und 1998 eine Vielzahl von Beiträgen, hielt Vorträge, leitete zeitweise eine Beratungsstelle.
2008 erhielt ich meine Approbation als tiefenpsychologischer und psychoanalytischer Therapeut, praktiziere seitdem in Berlin.
2013 wurde ich an der Berliner Charité zum Dr. rer. medic. promoviert mit einer Arbeit zum Thema „Unpolitische Wissenschaft? Wilhelm Reich und die Psychoanalyse im Nationalsozialismus“, die im selben Jahr im Psychosozial-Verlag Gießen als Buch erschien.

Insbesondere die Recherchen zu diesem Buch haben mich gezwungen, die Psychoanalyse kritischer zu sehen. Für unverzichtbar halte ich dennoch weiterhin die Aufarbeitung individueller Lebensgeschichte, das Bewusstmachen von Unbewusstem, auch – aber nicht nur – in therapeutischer Form.
Sigmund Freud hat 1917 definiert, die Psychoanalyse lasse sich »auf Kulturgeschichte, Religionswissenschaft und Mythologie ebenso anwenden […] wie auf die Neurosenlehre«, sie »beabsichtigt und leistet nichts anderes, als die Aufdeckung des Unbewussten im Seelenleben«. Psychoanalyse ist also weit mehr als eine Therapiemethode. Aber es gibt auch keine isolierten seelischen Vorgänge. Sie sind verknüpft mit sozialen, kulturellen, ökonomischen, politischen und ökologischen Prozessen.
Die nicht zuletzt globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts werden sich deshalb nur konstruktiv bewältigen lassen, wenn wir auch den psychischen Aspekten – endlich – die angemessene Aufmerksamkeit widmen. Diesen Zusammenhang hat Wilhelm Reich schon 1934 benannt:

»Versucht man die Struktur der Menschen allein zu ändern, so widerstrebt die Gesellschaft. Versucht man die Gesellschaft allein zu ändern, so widerstreben die Menschen. Das zeigt, dass keines für sich allein verändert werden kann.«

Zu einem solchen Veränderungsprozess einen Beitrag zu leisten, bemühe ich mich seit langem. Auf dieser Webseite habe ich einiges von dem, was dabei herausgekommen ist und mir mitteilenswert erscheint, zusammengestellt.
Gelegentlich werde ich es ergänzen.

Andreas Peglau, Mai 2019

Andreas Peglau

PS 1: Für Rückmeldungen, gern auch kritische, steht die Email-Adresse
info@andreas-peglau-psychoanalyse.de zur Verfügung.

PS 2: Diese Webseite steht in enger Beziehung zu, überlappt bzw. ergänzt sich wechselseitig mit dieser Webseite: https://weltall-erde-ich.de