Vermischtes

Nach 87 Jahren wird Reichs sozialwissenschaftliches Hauptwerk in seiner Urfassung wieder veröffentlicht:

MPF 33 Neuausgabe Werbung

 

 

Mehr Informationen dazu
hier als pdf zum Download:
WR Massenpsychologie Neuauflage 2020

Oder hier zum Nachlesen.

 

Therapie für die Nazis

Interview für Psychologie Heute, veröffentlicht am 9. Oktober 2019 .

Jan Schwenkenbecher: Herr Peglau, alle psychoanalytische Literatur, alles psychoanalytische Denken wurde im „Dritten Reich“ verboten und alle Psychoanalytiker wurden verfolgt. Stimmt’s?

Andreas Peglau: Nein. Es gab nie ein generelles Verbot der Psychoanalyse oder ihrer Autoren, auch wenn Freuds Schriften der Bücherverbrennung zum Opfer fielen. Diese Deutung haben viele Psychoanalytiker nur lange Jahre vertreten. Tatsächlich ist dies aber entgegen der Realität.

Gesamter Text: https://www.psychologie-heute.de/gesellschaft/40098-therapie-fuer-die-nazis.html

 

„Massenpsychologie des Faschismus“ (1933) von Wilhelm Reich bald als Hörbuch

 

Am 7.10.19 hat im Hörbuch-Tonstudio Berlin die akustische Umsetzung von Auszügen der 1933er Originalversion der „Massenpsychologie“ begonnen.
Sobald als möglich, wahrscheinlich Ende Oktober, werde ich das vollständige Endergebnis zum kostenlosen Download zur Verfügung stellen.

 

 

Hier schon einmal zwei Kostproben, gesprochen von Sabine Falkenberg und Thomas Nicolai.

Vorrede (3 Minuten, 25 Sekunden):

 

Die Fragestellung der Massenpsychologie (9 Minuten, 18 Sekunden):

 

 

Risse in der Mauer. Die Musikkultur der DDR war bunter und widerständiger als viele im Westen glauben.

Illustration: Matthias Töpfer >> www.bilderdaemmerung.de

Illustration: Matthias Töpfer >> www.bilderdaemmerung.de

Dieser rubikon-Artikel beginnt so: „Laut einer noch immer gern verwendeten Interpretation, die auch zur Deutung des AfD-Erfolgs im ‚Osten‘ herangezogenen wird, war die DDR ein ‚totalitäres‘ Regime, dem NS-Staat insofern nahe verwandt. Angenommen, das träfe zu …“

 

 

 

Die deutsche demokratische Populärmusik habe ich 2015 zusammen mit Tarek Al-Ubaidi in 12 Radio-Sendungen – inklusive 500 Minuten Musik – gewürdigt. Hier sind diese Sendungen nachzuhören.

Wer über den vermeintlichen Zusammenhang zwischen den jüngsten AfD-Wahlerfolgen und der DDR-Sozialisation weiter nachdenken möchte, findet in einem anderen rubikon-Beitrag Anregungen dazu:

„Der Ossi war’s!“ Eine Debatte, die ‚den Ossi‘ zur Ursache für das Wiedererstarken totalitärer Tendenzen verklärt, schützt die Hauptverantwortlichen und verschleiert die realen Verhältnisse im Land.

 

„Rechtsruck im 21. Jahrhundert“. Hörbuch und Buch als kostenloser Download

Andreas Peglau:Rechtsruck im 21. Jahrhundert. Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus als Erklärungsansatz“ (NORA-Verlag Berlin, 2017). Der Buchtext steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Hörbuch Andreas Peglau Rechtsruck

 

Das aus diesem Buch entstandene, gekürzte HÖR-Buch (2018) kann hier gehört und kostenlos heruntergeladen werden.


Weiterleitung und Verbreitung von Buch und Hörbuch zu nichtkommerziellen Zwecken sind ausdrücklich erwünscht.

 

 

Zu Rainer Mausfelds Buch

„Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören“ (2018). Meine ambivalente Sicht auf dieses Buch habe ich hier festgehalten:

Andreas Peglau: Kein Mensch wird als Schaf geboren. Rezension zu Rainer Mausfeld.

 

 

Altes Denken löst keine neuen Probleme. Der Demograph Parviz Khalatbari, befragt von Andreas Peglau (1995)

Zu Ursachen und Wirkungen von Flüchtlingsströmen, globalen Veränderungen in Bevölkerungswachstum- und verteilung.

Parviz Khalatbari

Parviz Khalatbari, 1925-2012

 

„Das Grundübel unserer Welt ist ihre Polarisierung! Die Wurzeln dafür liegen in der Industriellen Revolution und dem Kolonialismus: An einem Pol konzentrierten sich Industrie und Reichtum, der andere Pol lieferte Rohstoffe und hier konzentrierten sich Armut und Rückständigkeit. (…)
Ich teile also die Meinung, daß spätestens unsere Nachkommen Massenwanderungen unbekannten Ausmaßes erleben werden. Und das wird kaum friedlich ablaufen.“

 

Andreas Peglau im Gespräch mit Jürgen Bergmann, Holzbildhauer, Spielplatzbauer, Initiator und Leiter eines ungewöhnlichen Projektes (1997)

Es geht nicht östlicher in Deutschland. Wer die Kulturinsel Einsiedel finden will, muss sich immer hart an der Neiße lang bewegen. Zum Beispiel von Görlitz kommend, Richtung Rothenburg.
So bin ich 1995 gefahren. Und plötzlich, zwischen zwei Dörfern, tauchten ungewöhnliche aber sehr einladende Bauten am Straßenrand auf. Ich wunderte mich, wer einen solchen Ort in diese abgelegene Gegend gezaubert hatte.
Außerdem schien dieser Jemand viele Kinder zu haben: Sämtliche Gebäude waren nahezu umzingelt von Holz-Spielgeräten. Und manche weitere Konstruktion diente anscheinend noch ganz anderen Zwecken: Bühnen, Türme – und ein Baumhaus.

Einsiedel 5, Foto Andreas Peglau

Märchenland … (Foto: A. Peglau)


 

Über mich.

Ich bin 1957 in Berlin (Ost) geboren.
1981 schloss ich an der Humboldt-Universität das Studium der Klinischen Psychologie mit einem Diplom ab.
Ab 1985 war ich als Redakteur bei Jugendradio DT 64 u.a. für Lebenshilfesendungen zuständig.
Während der DDR-„Wende“ gründete ich mit über 500 interessierten DDR-Bürgerinnen und -Bürgern den Verein „ich-e.V.“ (zunächst „Gemeinschaft zur Förderung der Psychoanalyse“), den ich die nächsten Jahre leitete. Als verantwortlicher Redakteur von „ICH – die Psychozeitung“ schrieb ich zwischen 1990 und 1998 eine Vielzahl von Beiträgen, hielt Vorträge, leitete zeitweise eine Beratungsstelle.
2008 erhielt ich meine Approbation als tiefenpsychologischer und psychoanalytischer Therapeut, praktiziere seitdem in Berlin.
2013 wurde ich an der Berliner Charité zum Dr. rer. medic. promoviert mit einer Arbeit zum Thema „Unpolitische Wissenschaft? Wilhelm Reich und die Psychoanalyse im Nationalsozialismus“, die im selben Jahr im Psychosozial-Verlag Gießen als Buch erschien.

Insbesondere die Recherchen zu diesem Buch haben mich gezwungen, die Psychoanalyse kritischer zu sehen. Für unverzichtbar halte ich dennoch weiterhin die Aufarbeitung individueller Lebensgeschichte, das Bewusstmachen von Unbewusstem, auch – aber nicht nur – in therapeutischer Form.
Sigmund Freud hat 1917 definiert, die Psychoanalyse lasse sich »auf Kulturgeschichte, Religionswissenschaft und Mythologie ebenso anwenden […] wie auf die Neurosenlehre«, sie »beabsichtigt und leistet nichts anderes, als die Aufdeckung des Unbewussten im Seelenleben«. Psychoanalyse ist also weit mehr als eine Therapiemethode. Aber es gibt auch keine isolierten seelischen Vorgänge. Sie sind verknüpft mit sozialen, kulturellen, ökonomischen, politischen und ökologischen Prozessen.
Die nicht zuletzt globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts werden sich deshalb nur konstruktiv bewältigen lassen, wenn wir auch den psychischen Aspekten – endlich – die angemessene Aufmerksamkeit widmen. Diesen Zusammenhang hat Wilhelm Reich schon 1934 benannt:

»Versucht man die Struktur der Menschen allein zu ändern, so widerstrebt die Gesellschaft. Versucht man die Gesellschaft allein zu ändern, so widerstreben die Menschen. Das zeigt, dass keines für sich allein verändert werden kann.«

Zu einem solchen Veränderungsprozess einen Beitrag zu leisten, bemühe ich mich seit langem. Auf dieser Webseite habe ich einiges von dem, was dabei herausgekommen ist und mir mitteilenswert erscheint, zusammengestellt.
Gelegentlich werde ich es ergänzen.

Andreas Peglau, Mai 2019

Andreas Peglau

PS 1: Für Rückmeldungen, gern auch kritische, steht die Email-Adresse
info@andreas-peglau-psychoanalyse.de zur Verfügung.

PS 2: Diese Webseite steht in enger Beziehung zu, überlappt bzw. ergänzt sich wechselseitig mit dieser Webseite: https://weltall-erde-ich.de