Schlagwort-Archive: Fromm

Mythos Todestrieb. Über einen Irrweg der Psychoanalyse

von Andreas Peglau

1932 bezeichnete Freud (1999c, S. 101) „[d]ie Trieblehre“ als „unsere Mythologie“, Triebe als „mythische Wesen“. 1920, in Jenseits des Lustprinzips, hatte er das umstrittenste dieser „Wesen“ erstmals öffentlich vorgestellt: den Destruktions- oder Todestrieb, später Thanatos benannt, nach dem griechischen Todesgott. Noch heute hat die Annahme eines solchen Triebes Einfluss in- und außerhalb der Psychoanalyse – obwohl ihre Realitätsferne längst erwiesen ist. Weiterlesen

Vom Nicht-Veralten des „autoritären Charakters“

von Andreas Peglau 

Dieser Text (1) ist eine stark gekürzte und leicht veränderte Fassung des Beitrags „Vom Nicht-Veralten des ‚autoritären Charakters‘. Wilhelm Reich, Erich Fromm und die Rechtsextremismusforschung“, der erschienen ist in Sozial.Geschichte Online/ Heft 22/ 2018.
Dort finden sich zahlreiche zusätzliche Informationen und Quellenangaben.

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Vor über 100 Jahren begannen einzelne Psychoanalytiker, sich für die Entstehungsbedingungen und Auswirkungen dessen zu interessieren, was später „autoritärer Charakter“ genannt werden sollte. Wenn heute in der Sozialwissenschaft nach den Ursachen des europäischen „Rechtsrucks“ gefragt wird, spielt dieses Konzept kaum noch eine Rolle.
Dies jedoch keinesfalls, weil es „veraltet“ wäre.
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Gab es psychoanalytische Schriften gegen den Faschismus? (Auszug 3 aus „Unpolitische Wissenschaft?“)

Resultate einer (fast vergeblichen) mehrmonatigen Recherche. 

von Andreas Peglau

Schon in den 1920er Jahren hatten NS-Größen wie Alfred Rosenberg linken und liberalen Journalisten, welche die Nationalsozialisten angriffen, für die Zeit nach einer etwaigen NS-Machtübernahme Repressalien angedroht (Rosenberg 1940, S. 92–112, 119, 401f.). Carl von Ossietzky gehörte zu denjenigen, die ihre Hitlerkritischen Beiträge aus der Zeit der Weimarer Republik dann tatsächlich mit dem Leben bezahlten.
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Weltall, Erde, Ich – und „Gaia“. Über sinnvolles Handeln innerhalb einer widersprüchlichen Einheit (2007)

von Andreas Peglau

Ein Versuch, mit Hilfe von Erich Fromm, Sudhir Kakar, James Lovelock, Hans-Joachim Maaz, Wilhelm Reich, Rupert Sheldrake und anderen, Psychoanalyse, Ökologie und Gaia-Hypothese zu verbinden.

„So eine Krise wie jetzt hat die Menschheit noch nicht erlebt. Da muss was Vereinigendes am Werk sein, ich spüre es.“
Rudolf Bahro 1995 in einem „Spiegel“–Interview

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Menschenbilder als Voraussetzung zum Helfen

Ein Vortrag über nützliche und schädliche Hilfe, deren psychische Basis sowie über reale und irreale Menschenbilder – von Andreas Peglau

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Ich glaube, eine der wichtigsten Fragen, die heute steht, ist die, wie wir – von dem Ort aus, an dem wir jeweils leben – auf die Veränderungen reagieren, die unseren ganzen Planeten betreffen und allmählich auch jeden einzelnen, jede einzelne von uns beeinflussen werden. Weiterlesen

Wo bleibt der „produktive Charakter“? Ein ost/westdeutscher Gedankenaustausch zwischen Andreas Peglau und Petra Tauscher

Petra Tauscher, 1960 geboren in Westberlin, ist Soziologin und Mitautorin des Buches „Die Charaktermauer. Zur Psychoanalyse des Gesellschaftscharakters in Ost– und Westdeutschland“ sowie Verfasserin mehrerer Arbeiten über Erich Fromm.

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