Archiv für den Monat: Mai 2020

Medien zur Neuerscheinung der „Massenpsychologie des Faschismus“ 2020

Tarek Al-Ubaidi und Andreas Peglau bei CROPfm zur Neuauflage der „Massenpsychologie des Faschismus“

In einem knapp zweistündigen Gespräch haben wir am 27. März 2020 versucht, Inhalt und Aktualität von Reichs Klassiker gerecht zu werden, inklusive kurzer Verständigungen über „Me too“, Homophobie und Corona. Hier kann die Sendung gehört und heruntergeladen werden. 
Das Gespräch beginnt 8 Minuten nach dem Start der Sendung.

https://cropfm.at/images/Peglau-2020-750.jpg

Illustration: Matthias Töpfer >> atelier-toepfer.de

 

Auf hagalil.com finden sich neben einer Einführung Auszüge aus Reichs Kapitel zur Rassentheorie.

Unter dem Titel „Anatomie des Wahns“ ist auch bei rubikon.de eine kurze Einführung plus Leseprobe erschienen.

junge Welt, Thema vom 21. Februar 2020: „Verdrängter Klassiker. Nicht nur von historischem Interesse – die vergriffene Originalfassung von Wilhelm Reichs ‚Massenpsychologie des Faschismus‘ ist neu aufgelegt worden“.
Dieser Beitrag hält sich auch in die Top 20 der junge-Welt-Themenbeiträge der letzten zwölf Monate geschafft, inzwischen auf Platz 12:

junge Welt 4. April 2020

In einer Rezension des Buches für Luzifer-Amor schreibt Helmut Dahmer:
„Psychoanalytiker wie Stalinisten fanden 1933, gleichermaßen verblendet, auf Reichs Massenpsychologie des Faschismus keine andere Antwort, als diesen Autor zu ächten. Acht Jahrzehnte später taucht nun der lang verdrängte ’nationalsozialistische Untergrund‘ vor unseren Augen gespenstisch wieder auf. Da wird Reichs legendärer Originaltext von 1933 wieder gebraucht.“

Ausführlich würdigt Dahmer Reichs Werk in einem am 27. Januar 2020 erschienenen Artikel in kritiknetz.de.

Günter Rexilius urteilt in der Neuen Rheinischen Zeitung vom 5. Februar 2020:
„Niemand hat wie Reich mit psycho-analytischer Akribie untersucht, dass und wie patriarchale Gesellschaften auf faschistischem Denken und Handeln fußen: Der sie tragende autoritäre Erziehungsstil, der sexualfeindlich und destruktiv ist, verankert in den kindlichen Individuen Angst, Unterwürfigkeit und Aggressivität als ‚Marschroute‘ durchs Leben. So einfach und eindringlich wie überzeugend beschreibt Wilhelm Reich ein bis heute überdauerndes bürgerliches Gesellschaftsmodell, das sich einer psychischen Dynamik bedient, die wir alle mehr oder weniger gut kennen.“

In socialnet.de zieht Hans-Peter Heekerens am 25. Februar 2020 folgendes Fazit zur Massenpsychologie:
„Das Buch gehört dahin, wovon es die Nazis und ihre allzu willigen Helfer bis in die Spitzen der deutschen Professorenschaft zur klammheimlichen Freude der kommunistischen wie psychoanalytischen Orthodoxie erfolgreich bald neun Jahrzehnte ferngehalten haben: in die Hochschulbibliotheken und sonstige Bibliotheken, die der Bildung in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter dienen.“

Im Blättchen vom 2. März 2020 fasst Wolfgang Brauer wichtige Schlüsse aus Reichs Buch zusammen:
„Erstens sind die neuen nazistischen Bewegungen keine Eintagsfliegen, und sie repräsentieren auch keine vernachlässigbaren Minderheiten. Zweitens scheinen die bislang gewählten politischen Mittel ihrer Bekämpfung einigermaßen hilf- und erfolglos zu sein. Auch wenn sie mit Getöse daherkommen.
Es ist eine medizinische Binsenweisheit, dass vor jeder Therapie eine gründliche Anamnese zu erfolgen hat. Für die Politik gilt das nicht minder. Noch wird das sträflich vernachlässigt. Andreas Peglaus Reich-Edition gibt wertvolle Anregungen, diesen misslichen Zustand zu überwinden.“

Werner Abel verweist im Neuen Deutschland vom 10. März 2020 darauf, dass Reich in seinen  autobiografischen Miteilungen resümiert, „die Sowjetunion sei bereits ‚1936 ein eindeutig imperialistischer Staat‘ gewesen, ‚der nur eines mit dem demokratischen Kommunismus gemein hatte: das Bauen auf die Hoffnung der Menschen auf eine bessere Zukunft‘. Antikommunist wurde Reich nie, aber nachvollziehbarerweise Antistalinist.“ Die Rezension schließt mit dem Satz: „Wer ein ganzheitliches Verständnis des NS-Regimes anstrebt, aber auch wer den gegenwärtigen politischen Rechtsruck durchschauen und bekämpfen will, sollte das Buch lesen.“

Am 14. Mai 2020 veröffentlichte Stefan Howald in der in der Schweiz erscheinenden WOZ (Die Wochenzeitung) seine Rezension. Sie ist überschrieben mit: „So züchtet die Kleinfamilie Rechtsextreme. Warum die ArbeiterInnen nicht zwangsläufig links sind: In seiner ‚Massenpsychologie des Faschismus‘ demonstrierte Wilhelm Reich schon 1933 einen facettenreichen Erklärungsansatz.“

Roland Kaufhold hat am 17. Juni 2020 auf hagalil.com seine Funde zu dem „linken“, aus Österreich stammenden Psychoanalytiker Rudolf Ekstein (1912-2005) vorgestellt. Einer der wichtigsten Bezugspunkte für Eksteins 1937 entstandenen Aufsatz „Sexualpolitik des Faschismus“ war Reichs „Massenpsychologie“, wie Kaufhold ausführlich belegt.