Archiv der Kategorie: Weitere Beiträge

Die deutsche Tradition. Zu den historischen Vorläufern des bayerischen Psychiatriegesetzes

von Andreas Peglau

Am 11. Juli 2018 wurde im bayerischen Landtag das nur unzureichend entschärfte neue Psychiatriegesetz angenommen. Und dies nicht ausschließlich mit den Stimmen der CSU. Auch SPD und Freie Wähler arrangierten sich „mit einem halbgaren Gesetz (…), das immer noch psychisch kranke Patienten den Behörden und der Polizei melden will, (…) egal ob sie vom Arzt als geheilt entlassen worden sind“. Der Schulterschluss zwischen SPD und CSU erinnert daran, dass die Diskriminierung von Menschen mit seelischen Problemen in Deutschland eine lange Tradition hat, die schon früh eine Brücke schlug zwischen „links“ und „rechts“.

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Menschenfeindlichkeit 2.0. Die Politik der AfD erinnert an die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte

von Andreas Peglau

Offenbar aus Sorge über die Reinheit des deutsch-nationalen Genpools hat die AfD im März eine Anfrage im Bundestag eingebracht, die auf die Stigmatisierung von Migranten und Migrantinnen ebenso abzielte wie auf die von Behinderten, insbesondere von behinderten Kindern. Das Lebensrecht behinderter Kinder stellt auch der – in Deutschland 2011 mit einem Ethik-Preis geehrte – australische Bioethiker Peter Singer in Frage.

Wie kurz der Weg von der Stigmatisierung zum Massenmord sein kann, hat die mehr als 200.000 Menschenleben vernichtende NS-Euthanasie gezeigt. In eigens dafür geschaffenen jugendpsychiatrischen „Kinderfachabteilungen“ wurden dabei mehrere tausend Kinder und Jugendliche ermordet. Eines dieser Kinder – und sein Mörder – sollen im Folgenden aus der Anonymität geholt werden.

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Unwertes Leben 2.0. Bayerns Psychiatriegesetz erinnert an die Euthanasie in Nazi-Deutschland

von Andreas Peglau

„Das ist kein Hilfe-, sondern ein Polizeigesetz. (…) Depressive Menschen sollen künftig nach Regeln, die bisher nur für Straftäter galten, in Krankenhäusern festgesetzt werden können – ohne dass (…) eine Straftat vorliegt.” So kommentierte Heribert Prantl am 16. April 2018 in der Süddeutschen Zeitung einen aktuellen Gesetzentwurf der bayerischen Söder-Regierung. Grund genug, darauf hinzuweisen, dass schon einmal in Deutschland – mit Gesetzen flankiert – eine gegen psychisch Kranke gerichtete Entwicklung einsetzte, die zum Massenmord führte. Und das nicht etwa nur an psychisch Kranken.

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Kleiner Fund: Wilhelm Reichs erster Vortrag in der MASCH

Vielleicht interessant für alle, die es – wie ich – genauer wissen wollen: In der KPD-Zeitung „Rote Fahne“ habe ich nun entdeckt, wann Wilhelm Reich erstmals in der Marxistischen Arbeiterschule (MASCH) in Berlin einen Vortrag hielt. Es war Montag, der 23. Februar 1931. Dazu teilt die „Rote Fahne“ mit: „Es beginnt ferner: Psychoanalyse und Marxismus. 4 Abende: Dr. Reich“. Ort war das damalige zentrale Schulungslokal in der Gartenstraße 25 im heutigen Berlin-Mitte.

Rote Fahne, 22. Februar 1931, S. 12

Damit war es Reich gelungen, nur etwa drei Monate nach seiner Übersiedlung von Wien nach Berlin in die Reihe der MASCH-Dozenten aufgenommen zu werden, zu denen Prominente wie der Komponist Hanns Eisler (siehe Zeitungsausschnitt) oder Albert Einstein gehörten.

Ausführlicher zu Reichs Engagement in der MASCH: hier.

 

Hurra – die Überwachungspille ist da!

Entmündigung kommt im Gewand des medizinischen Fortschritts daher.

Es gibt Meldungen, die muten an wie unzeitgemäße Aprilscherze – und sind doch bittere Wahrheit. Obwohl unsere Gesellschaft längst an einem Übermaß von Überwachung leidet, kommt nun ausgerechnet aus dem Bereich, der die Bezeichnung „Gesundheitswesen“ trägt, eine weitere perfide Methode hinzu.

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https://www.rubikon.news/artikel/hurra-die-uberwachungspille-ist-da

 

 

Deutsche Demokratische Populärmusik – Andreas Peglau und Tarek Al-Ubaidi im Gespräch über DDR-Popkultur. Eine Sendung in 12 Teilen

(Ankündigungstext bei Radio Helsinki:)

25 Jahre nach dem Untergang der Deutschen Demokratischen Republik wird dieser Staat vielfach in primitiver Weise verteufelt, wohl insbesondere, um den Neoliberalismus als alternativlos darzustellen. Die unbestreitbaren Schattenseiten der DDR werden hervorgehoben, ihre Vorzüge – wie die im Vergleich zum Westen konsequentere “Entnazifizierung”, die abgeschaffte privatkapitalistische Ausbeutung, die Sicherheit von Arbeitsplätzen, die größere Gleichberechtigung der Frauen, die geringeren Einkommensunterschiede – werden als unbedeutend abgetan. Von ihren kulturellen Leistungen ist ebenfalls kaum noch etwas bekannt. Das betrifft auch die populäre Musik: Rock, Pop, politische Lieder.
Tarek Al-Ubaidi (CROPfm) und Andreas Peglau (Psychologe/Psychotherapeut), in der DDR u.a. als Studentenklubleiter, Radioredakteur und DJ tätig, holen diesen bemerkenswerten Bestandteil deutschsprachiger Kultur wieder aus der Verdrängung.
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