„Mensch Du, das ist mir nicht bewußt“, die erste DT-64-Sendung mit Andreas Peglau und Hans-Joachim Maaz (Tondokument, März 1989)

Zwischen März 1989 und April 1991 führten Hans-Joachim Maaz und Andreas Peglau neunzehn Gespräche, aus denen Sendungen für Jugendradio DT 64 entstanden.

Am Montag, den 13. 3.89, lief zwischen 20.03 und 21 Uhr die erste dieser Sendungen: Mensch Du, das ist mir nicht bewußt“, Teil 1.

An anderer Stelle habe ich dazu das geschrieben:

In den Worten von Hans-Joachim Maaz gesellte sich zur Psychoanalyse die Körpertherapie hinzu, zu dem schon ungeheuer spannenden Sigmund Freud der in manchem noch radikalere, politischere (in einer langen Phase seines Lebens auch: „linke“) Wilhelm Reich.

An dieser Stelle fällt mir eine Absurdität ein, von der ich unbedingt erzählen muß. Aus der Chefredaktion des mittlerweile zum eigenen Sender avancierten „Jugendradio DT 64“ kamen zwar die üblichen Einwände gegen meine Beiträge über Sigmund Freud („bürgerlich-individualistisch“ bis „nicht jugendgemäß“) – aber kein Mensch hatte irgendein Problem mit Wilhelm Reich: Der war so tabu – daß ihn einfach keiner mehr kannte! (Verrückt, wie sich autoritäre Systeme auch auf diese Weise unausweichlich selbst ein Bein stellen.)

Trotzdem war es erstaunlich: Während es noch wenige Monate zuvor für – meiner Meinung nach – wesentlich harmlosere Sendungen Disziplinarstrafen gehagelt hatte, konnte Hans-Joachim Maaz nun ungehindert über weit verbreitete autoritäre Deformierungen, über lebens- und liebesfeindliche Gefühlsunterdrückung und realitätsverzerrende Neurosen sprechen – nicht beim „dekadenten Gegner“, sondern in UNS, in den „sozialistischen Menschenpersönlichkeiten“ der Deutschen Demokratischen Republik!

Das war zugleich das erste Mal, dass der DDR-Rundfunk psychoanalytisch-körpertherapeutische Erkenntnisse verbreitete.

 

Mensch Du Cover

(Zum Lesen des Heftchens bitte hier klicken: Mensch Du)

 

Hier ist ein Ausschnitt (ca. 15 Minuten) daraus zu hören, in dem neben Hans-Joachim Maaz auch einige der Patienten und Patientinnen seiner Klinik zu Worte kommen:


Rechteinhaber und Quelle des Audiodokumentes: Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv

 

Tipp zum Weiterhören:

Mensch Du, das ist mir nicht bewusst, Teil 2