Archiv der Kategorie: DDR

„Nacht und Träume werden Licht“. Über eine verdrängte Friedenshymne

von Andreas Peglau 

 

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Das übliche, staatlich, medial und „wissenschaftlich“ gestützte DDR-Verteufeln führt dazu, dass gleichzeitig eine Vielzahl bedeutender künstlerischer Leistungen mit in die Verdrängung gerissen werden. Das betrifft auch einen Text, der gerade heute wieder zu Gehör gebracht werden sollte.

Die Grundlage für diesen Text wurde vor mehr als 200 Jahren gelegt – von Ludwig van Beethoven. Weiterlesen

Deutschland auf der Couch

Im Januar 1989, als noch niemand das Herannahen der „DDR-Wende“ ahnte, lernten sie sich kennen: Hans-Joachim Maaz, Chefarzt der Psychotherapeutischen Klinik des Diakoniekrankenauses in Halle a.d. Saale und Andreas Peglau, Redakteur beim DDR-Sender Jugendradio DT 64. Daraus entstand eine außergewöhnliche Sendereihe – und eine lebenslange Freundschaft. In diesem Gespräch berichten sie nicht nur über Befindlichkeiten, Hoffnungen, Enttäuschungen der DDR-Bürger zwischen 1989 und 1991. Sie verweisen auch auf Ähnlichkeiten zur gegenwärtigen Situation: Erneut versucht ein System, dem Zusammenbruch zu entgehen und offenbart dabei seine Schattenseiten in dramatischer Weise. Erneut platzen massenhaft Hoffnungen und Illusionen. Doch wird es diesmal zur notwendigen „Trauerarbeit“ über diese Verluste kommen – oder ziehen wir lieber in den Krieg, um uns mit dieser bitteren Realität nicht zu konfrontieren?

Robert Stein im Gespräch mit Hans-Joachim Maaz und Andreas Peglau, 20. November 2025 (88 Minuten). 

7. Oktober 1949: Vor 76 Jahren wurde die Deutsche Demokratische Republik gegründet.

Daran knüpfte sich die Erwartung, ein menschenwürdigeres System aufbauen zu können als den in der BRD beibehaltenen Kapitalismus. Auch wenn dieser Versuch nur zu Teilen erfolgreich war: Es ist dringend notwendig, ihn angemessen – das heißt fair aber kritisch – auszuwerten.
Denn eine solche Auseinandersetzung mit dem „realen Sozialismus“ verschafft uns die Basis, um Alternativen zum Kriegs-, Unterdrückungs- und Verelendungskurs der gegenwärtigen deutschen Regierung zu entwickeln.

Hier einige Beiträge, die zum (nochmaligen) Nachdenken über die DDR einladen:

 

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Heimatlos im eigenen Land

Deutschland feiert den Tag der Deutschen Einheit – doch was bedeutet diese Einheit wirklich? 36 Jahre nach dem Mauerfall ziehen viele eine ernüchternde Bilanz: Versprechen wurden gebrochen, Hoffnungen enttäuscht, ganze Biografien entwertet. Statt eines echten Zusammenwachsens stehen noch immer Vorurteile, wirtschaftliche Unterschiede und politische Gräben zwischen Ost und West.

  • War die Wiedervereinigung ein Erfolg oder ein groß angelegter Ausverkauf?
  • Wie wurden Menschen aus der DDR tatsächlich behandelt?
  • Und warum sind die Folgen bis heute in Politik und Gesellschaft spürbar?

Ein kritischer Blick auf ein Kapitel deutscher Geschichte, das offiziell als Erfolgsgeschichte erzählt wird – doch im Alltag vieler Menschen ganz anders aussieht.

Robert Stein im Gespräch mit Andreas Peglau (62 Minuten) am 7. Oktober 2025, dem 76. Gründungstag der DDR.

DDR 2.0 – oder wo leben wir heute?

Gespräch mit Andrea Drescher

 

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In vielen alternativen Online-Medien heißt es, wir leben in der DDR 2.0. – eine Behauptung, die in meinen Augen fragwürdig ist. Die Journalisten der meist konservativen Medien sprechen dabei auch oft von sozialistischer Politik der heutigen Regierungen. Wie stimmig ist diese Gleichsetzung?

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GDR 2.0 – or where do we live today?

Andrea Drescher in dialogue with Andreas Peglau[1]

 

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Many alternative online media outlets claim that we are living in GDR 2.0—an assertion that I find questionable. Journalists from mostly conservative media outlets often refer to the socialist policies of today’s governments. How accurate is this comparison?  Weiterlesen

Mensch, Mensch – brauche ich ein Vorbild? DT-64-Sendung vom 5.9.1988

Dass in dieser Sendung Jugendliche u.a. erzählten, Ernst Thälmann könne für sie kein Vorbild sein, weil es einen so fehlerlosen Menschen doch gar nicht gegeben haben könne, wurde damals von einer Westberliner Zeitung zustimmend aufgegriffen. Das führte dazu, dass alle Abteilungen des DDR-Rundfunks sich diese Sendung anhören mussten, um sich kritisch mit ihr auseinanderzusetzen und trug dazu bei, dass meine Chefin strafversetzt wurde. Dass mir der Rauswurf aus dem DDR-Rundfunk erspart blieb, lag wohl nur nur an der Prominenz meines damaligen Gesprächspartners Reiner Werner.

Länge: 52 Minuten

Tipp zum Weiterhören:

„Mensch du“, „Mensch, Mensch“, „Menschenskinder“ und „Stand up“: Hans-Joachim Maaz im Gespräch mit Andreas Peglau bei Jugendradio DT 64

„Eine sozialistische Protestdemonstration“: Berlin-Alexanderplatz, 4. November 1989

von Andreas Peglau

Zusatz 30. April 2020: Wir sollten uns darauf besinnen, dass vor etwas mehr als 30 Jahren schon einmal gelungen ist, mutige Menschen zu vereinen, um „mehr Demokratie“ einzufordern. Das ist heute nicht minder notwendig als 1989 in der DDR. Auch damals ging es nicht zuletzt darum, ein verfassungsmäßig zugestandenes aber durch den Staat in Wirklichkeit unterlaufenes Demonstrationsverbot durchzusetzen.

Während der 9. November 1989 regelmäßig als neuer „Tag der Befreiung“ zelebriert wird, bleibt ein anderes Datum weiterhin vergessen und verdrängt. Dabei war es der Höhepunkt des Bemühens, im Osten Deutschlands etwas zu errichten, was noch immer eine gute Idee ist: demokratischer Sozialismus.
Ich habe mich bemüht, das entscheidende Ereignis dieses Tages zu rekonstruieren.

Fragwürdiger Mauerfall-Kult

Fragt man heute nach dem Ablauf der DDR-„Wende“, erhält man oftmals in etwa diese Beschreibung: Die DDR-Bürgerinnen und -Bürger, von denen ja bereits tausende über Prag oder Ungarn das Land verlassen hatten, hatten von ihrem Staat die Schnauze voll und gingen dafür auf die Straße, auch so leben zu können wie im Westen; dann öffnete sich die Mauer; dann kam die ersehnte Wiedervereinigung.

Diese Fehldarstellung oder Fehlerinnerung wird auch dadurch gestützt, dass zum entscheidenden „Wende“-Ereignis der 9. November, der Tag der Maueröffnung hochstilisiert wurde – der aber in Wirklichkeit das Ende der Versuche einläutete, innerhalb der DDR eine politische „Wende“ herbeizuführen. Weiterlesen

Produzierte die DDR mehr „rechte“ Einstellungen als die BRD? Nein – ganz im Gegenteil.

Die in der Überschrift dieses Beitrags getroffene, für das Verständnis des aktuellen „Rechtsrucks“ wesentliche Feststellung belege ich im Rechtsruck-HÖRBuch anhand soziologischer Untersuchungen, die einen BRD-DDR-Vergleich ermöglichen.

Hier ist das Kapitel insgesamt (9 Minuten) zu hören: Weiterlesen