von Andreas Peglau
Im November 1930 zog Reich von Wien nach Berlin. Die deutschen Psychoanalytiker, schreibt er dazu, »waren in sozialen Fragen weit fortschrittlicher als die Wiener. Die Jugend atmete freier«. Er erhielt auch hier berufliche Anerkennung, wurde erneut Lehranalytiker, außerdem Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG). Insbesondere der Kreis »linker« Analytiker um Otto Fenichel, zu dem auch Edith Jacobssohn und – zeitweise – Erich Fromm gehörten, ermöglichte ihm den Meinungsaustausch unter weitgehend Gleichgesinnten.
Reichs Ruf als potenzieller Querulant, der die Aufrechterhaltung des erwünschten psychoanalytischen Images gefährdete, war ihm freilich nach Berlin vorausgeeilt.
Weiterlesen →