Archiv des Autors: AndreasPeglau

Über AndreasPeglau

1957 geboren in Berlin/ DDR, Dr. rer. medic., Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut und Psychoanalytiker in eigener Praxis.

Lebensunwertes Leben? Teil 1: Euthanasie in NS-Deutschland

Über Methoden, Ideologie, Opfer und Täter der Euthanasie – von Andreas Peglau.

Vorbemerkung: Was ich in diesem ersten Teil versucht habe zusammenzufassen, stammt vor allem aus den Büchern von Ernst Klee (1942-2013), dessen journalistische und wissenschaftliche Aufarbeitung der Euthanasie und in Zusammenhang mit ihr stehender Probleme und Themen wohl einzigartig ist.

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„Schöner Tod“

Das Wort Euthanasie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „schönes“ oder auch „leichtes Sterben“.

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Über „Die neuen Grenzen des Wachstums“. Rezension

Zu einem Buches von Donella und Dennis Meadows und Jorgen Randers, das Mögliches und Unmögliches beim Gestalten einer globalen Zukunft benennt – von Andreas Peglau

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„Von diesem Buch können wir alle lernen“, schreibt der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Jan Tinbergen, im Vorwort. Was können wir lernen?

,,Die Menschheit hat ihre Grenzen überzogen; unsere gegenwärtige Art zu handeln läßt sich nicht mehr lange durchhalten. Eine lebenswerte Zukunft muß zu einer Epoche des Rückzugs werden, in der man die Aktivitäten zurückfährt und die entstandenen Schäden ausheilen läßt.“ Weiterlesen

Altes Denken löst keine neuen Probleme. Der Demograph Parviz Khalatbari, befragt von Andreas Peglau (1995)

Zu Ursachen und Wirkungen von Flüchtlingsströmen, globalen Veränderungen in Bevölkerungswachstum- und verteilung.

„Das Grundübel unserer Welt ist ihre Polarisierung!
Die Wurzeln dafür liegen in der Industriellen Revolution und dem Kolonialismus: An einem Pol konzentrierten sich Industrie und Reichtum, der andere Pol lieferte Rohstoffe und hier konzentrierten sich Armut und Rückständigkeit. (…)
Ich teile also die Meinung, daß spätestens unsere Nachkommen Massenwanderungen unbekannten Ausmaßes erleben werden. Und das wird kaum friedlich ablaufen.“
Parviz Khalatbari, 1995

 

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Sehr widersprüchliche Gefühle. Rezension: „Medizin im Nationalsozialismus“

Zu der ebenso informativen wie konstruktiv verunsichernden Dokumentation Walter Wuttke-Gronebergsvon Andreas Peglau.

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 Auf 400 Seiten, im A 4-Format, sind in diesem Buch – versehen mit knappen, kompetenten und provokativen Kommentaren – weite Bereiche des alltäglichen Faschismus dokumentiert: Gesundheitserziehung, Geburtshilfe, Sozialversicherung, Psychotherapie, „Neue Deutsche Heilkunde“, „Rassenlehre“, „Vernichtungslehre“, Verflechtungen von Wirtschaft und Gesundheits- bzw. Vernichtungssystem. Weiterlesen

Gewalt und Kindheit. BRD heute – aus der Sicht eines „Kinderschützers“. Andreas Peglau im Gespräch mit Georg Kohaupt, Kinderschutz-Zentrum Berlin-Hohenschönhausen (1995)

A.P.: Herr Kohaupt, Sie haben seit 1983 in Westberliner Einrichtungen des Kinderschutz-Zentrums gearbeitet, seit 1991 in Berlin-Hohenschönhausen, im Ostteil der Stadt. Welche Erfahrungen machen Sie in ihrer Arbeit mit der Gewalt gegen Kinder? Wovon hängt es ab, wie gewaltfrei oder gewalttätig erzogen wird?

Kohaupt: Eltern, die zu uns kommen, weil sie ihre Kinder mißhandeln, sind in der Regel selbst als Kinder mißhandelt worden. Das ist allerdings kein Automatismus: Man muß nicht mißhandeln, weil es einem selbst so ergangen ist. Weiterlesen

„Nackt unter Wölfen“ oder „Wolf unter Wölfen“? Andreas Peglau im Gespräch mit dem Psychoanalytiker und ehemaligen „Buchenwald“-Häftling Ernst Federn

Zum „offiziellen Märchen“ und den tatsächlichen Verhältnissen im Weimarer Konzentrationslager und zur Gewalt innerhalb der Häftlingsgesellschaft.

Ernst Federn 1990 (Quelle Wikimedia Commons, Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Ernst Federn 1990 (Quelle Wikimedia Commons, Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Ernst Federn wurde 1914 in Wien geboren. Er war jüdischer Herkunft. Sein Vater, Paul Federn, war einer der engsten Vertrauten und Mitarbeiter Sigmund Freuds, was frühzeitig Einfluß auf die Entwicklung des Sohnes nahm.
Ernst Federn stand schon als Student der Rechts- und Staatswissenschaften den Ideen Leo Trotzkis nahe und wurde zum Mitbegründer der österreichischen Sektion der 4. Internationale. 1936 kam er zum ersten Mal für 4 Monate ins Gefängnis, weil er sich am Widerstand gegen den auch in Österreich aufkommenden Faschismus beteiligt hatte. Weiterlesen

Gesäuberter Antifaschismus. Nachbemerkungen zum Gespräch mit Ernst Federn

von Andreas Peglau

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Als ich hörte, worüber Ernst Federn zu berichten hätte – über Unterdrückungsmechanismen zwischen KZ-Häftlingen – wußte ich, daß da ein wichtiges Thema für die ,,ICH-Zeitung“ zu finden wäre. Schon während unseres Interviews dämmerte mir, daß es mich viel persönlicher und umfassender treffen würde als erwartet. Und als ich mir mit ein paar Tagen Abstand das Tonband mit unserem Gespräch anhörte, wurde mir regelrecht schlecht. (Ich befürchte, daß das nur ehemalige DDR-Bürger so ganz nachvollziehen können; am besten vielleicht diejenigen, die sich ähnlich enthusiastisch bis naiv mit ihrem Staat identifiziert haben wie ich.)
Wenn das auch nur im Wesentlichen stimmte, was Ernst Federn erzählte, war nicht nur eine meiner letzten verbliebenen Vorstellungen von dem heroischen Erbe, daß wir DDR-Bürger hätten fortführen sollen, falsch. Wie ließe sich dann überhaupt noch zwischen ,,Gut“ und ,,Böse“ unterscheiden? Weiterlesen

Psychoanalytische Sozialarbeit: Helfen und nicht Heilen. Andreas Peglau im Gespräch mit dem Psychoanalytiker Stephan Becker

Über Möglichkeiten, psychisch schwer gestörten Kindern und Jugendlichen zu helfen und Grenzen sozialer Arbeit.

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A.P.: Meiner Meinung nach ist im alltäglichen Leben der Bundesrepublik von psychoanalytischem Gedankengut nicht viel zu spüren – was für mich übrigens eine ziemliche Enttäuschung nach der „Wiedervereinigung“ war. Zumal sich doch offenbar gerade nach 1968 auch in der BRD deutlich gezeigt hat, daß Psychoanalyse weit mehr ist als eine bloße Behandlungsmethode, daß sie auch eine Weltanschauung mit gesellschaftsveränderndem Potential ist. Inzwischen scheint sich ihr Einfluß für meine Begriffe wieder viel zu sehr auf therapeutische Sprechzimmer zu beschränken. Weiterlesen