von Andreas Peglau
Im September 1930 trafen Reich und Freud letztmalig zusammen. Reich berichtet, dass dieses Unter-vier-Augen-Gespräch die schärfste Auseinandersetzung war, die sie hatten. Ein ausgesprochen wütender Freud habe ihm vorgeworfen, dass er mit seinen politischen Aktivitäten »den mittleren Weg der Psychoanalyse« verlasse, und gemeint, es sei nicht ihrer beider Aufgabe, die Welt zu retten. Wahrscheinlich war es auch dieses Treffen, bei dem sie sich darauf einigten, dass es besser sei, wenn Reich sein Wirken für einige Zeit nach Berlin verlege.Dass Reich dennoch bei seinem politischen Engagement blieb, ist bekannt. Gänzlich unbekannt war bis vor kurzem, wie weit sein Engagement auch bezüglich der Bereitschaft zur Übernahme offizieller Ämter gegangen war.
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