Wir sind nicht die Guten. Zu den „Ansichten eines Putinverstehers“
Über ein wichtiges Buch gegen Kriegsgetöse und Medienhetze, geschrieben von Mathias Bröckers und Paul Schreyer.
Eine “unerfüllbare Forderung” an die “Gesetzgeberin des Philosophierens”. Die erste öffentliche Weltanschauungsdebatte der Psychoanalytiker
von Andreas Peglau
1983 berichtete Helmut Dahmer in der Psyche von Publikationen, die Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre zur Identität der Psychoanalyse Stellung nahmen. Kernpunkte waren auf der einen Seite Wilhelm Reichs Plädoyers für eine Annäherung von Psychoanalyse und Marxismus, auf der anderen die Betonung des naturwissenschaftlich-objektiven, daher „unpolitischen“ Charakters der Analyse sowie die Distanzierung von „linker“ Psychoanalyseauslegung und Bolschewismus. Dahmer wies auch darauf hin, dass es Vergleichbares schon „am Vorabend des ersten Weltkriegs“ gegeben habe, „in Gestalt einer Erörterung des Verhältnisses von Psychoanalyse und Philosophie“ (Dahmer 1983, S. 1133). Auch diese frühere Kontroverse ist der Betrachtung wert. Weiterlesen
Wilhelm Reich: ausgegrenzt, vergessen, neu bewertet
„Sigmund Freuds widerständiges Erbe“ – unter diesem Titel fand am 6. Juni 2014 ein Symposium anlässlich des 70sten Geburtstags von Bernd Nitzschke statt, das sich den »Grenzgängen innerhalb und außerhalb psychoanalytischer Institutionen« widmete.
Ein revolutionäres Bildungskonzept. Zu „So werden wir lernen!“ von John Erpenbeck und Werner Sauter
Von Andreas Peglau
Werner Sauter ist pädagogischer Psychologe, Bankkaufmann, Volkswirt, Berufsschullehrer und Universitätsprofessor. John Erpenbeck ist nicht nur Professor für Kompetenzentwicklung, sondern auch Philosoph, Physiker und Schriftsteller. Diese Kombination so unterschiedlicher Qualifikationen dürfte ein wesentlicher Grund sein, warum „So werden wir lernen!“ aus der Fülle vergleichbarer Literatur bezüglich Inhalt und Sprache herausragt.
Die politische Psychoanalyse und ihr verdrängter Exponent Wilhelm Reich. Vortrag über wesentliche Inhalte des Buches „Unpolitische Wissenschaft?“
von Andreas Peglau
Nach dem Erscheinen meines Buches im August 2013 hatte ich mehrfach Gelegenheit, es bei öffentlichen Veranstaltungen vorzustellen. Anschließend wurde ich jedes Mal gebeten, das Mitgeteilte auch zu veröffentlichen. Ich habe diese Vorträge deshalb zum vorliegenden Text zusammengestellt. Ich hoffe, er gibt nicht nur einen guten Überblick über einige der wichtigsten Ergebnisse meiner Recherchen, sondern weckt ebenfalls Interesse, sich mit dem Buch selbst zu befassen. Weiterlesen
Gab es psychoanalytische Schriften gegen den Faschismus? (Auszug 3 aus „Unpolitische Wissenschaft?“)
Resultate einer (fast vergeblichen) mehrmonatigen Recherche.
von Andreas Peglau
Schon in den 1920er Jahren hatten NS-Größen wie Alfred Rosenberg linken und liberalen Journalisten, welche die Nationalsozialisten angriffen, für die Zeit nach einer etwaigen NS-Machtübernahme Repressalien angedroht (Rosenberg 1940, S. 92–112, 119, 401f.). Carl von Ossietzky gehörte zu denjenigen, die ihre Hitlerkritischen Beiträge aus der Zeit der Weimarer Republik dann tatsächlich mit dem Leben bezahlten.
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Die Marxistische Arbeiterschule MASCH (Auszug 2 aus „Unpolitische Wissenschaft?“)
von Andreas Peglau

Das Schickler-Haus an der Litten-Straße, wenige hundert Meter vom Alexanderplatz entfernt. Eine ganze Etage nahm hier die MASCH-Zentrale ein, in der u.a. Wilhelm Reich Lehrveranstaltungen durchführte. (Foto Gudrun Peters 2007)
1925/26 von der KPD in Berlin initiiert, nahm mit der Gründung der MASCH ein in mancher Hinsicht wohl einmaliges, zu Unrecht fast vergessenes Bildungsprojekt seinen Anfang.
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Bruchstücke der Wilhelm-Reich-Biografie (Auszug 1 aus „Unpolitische Wissenschaft?“)
von Andreas Peglau
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1.1 Frühe Prägungen
Wilhelm Reich kam am 24.3.1897 in Galizien, im östlichen Teil des damaligen Österreich-Ungarns, zur Welt. Seine Kindheit war bestimmt durch die für diese Epoche typischen, autoritär-gefühlsunterdrückenden Normen und Familienverhältnisse, deren Studium er sich später so intensiv widmen sollte. Weiterlesen
Ausgangspunkte. Aus der Einleitung zu „Unpolitische Wissenschaft?“
von Andreas Peglau
Die Psychoanalyse ist, vor allem aber war weit mehr als eine Psychotherapiemethode. Von der Krankenbehandlung ausgehend, entwickelte sich Sigmund Freuds Lehre in wenigen Jahren zu einer spezifischen Möglichkeit, sich selbst und die Welt zu erkennen – und zu verändern. Weiterlesen

